Batteriespeicher und Regelenergie – so funktioniert es

Ja, ein Batteriespeicher kann Regelenergie liefern und dafür vergütet werden. Weil ein Akku in Millisekunden reagiert, eignet er sich sogar besonders gut dafür – hier erfährst du, wie das konkret läuft.
Ja. Regelenergie hält die Netzfrequenz stabil bei 50 Hertz: Bei zu viel Strom wird eingespeichert, bei zu wenig ausgespeist. Ein Batteriespeicher kann beides in Sekundenbruchteilen – schneller als jeder konventionelle Kraftwerksblock. Deshalb sind Speicher heute ein zentraler Baustein im Regelenergiemarkt. Du bietest deine Leistung (in MW) an einen Übertragungsnetzbetreiber und wirst dafür bezahlt, dass dein Akku bei Bedarf abrufbereit steht.

Es gibt drei Produkte. Die Primärregelleistung (FCR) wird bei Frequenzabweichung automatisch aktiviert und muss binnen etwa 30 Sekunden voll erbracht werden – das ist die klassische Domäne für Batteriespeicher, weil hier Schnelligkeit zählt. Die Sekundärregelleistung (aFRR) und die Minutenreserve (mFRR) folgen zeitlich später und werden vom Netzbetreiber gezielt abgerufen. Auch daran können Speicher teilnehmen, oft im Verbund mit anderen Anlagen.

Zuerst brauchst du die Präqualifikation beim zuständigen Übertragungsnetzbetreiber: Dabei wird technisch nachgewiesen, dass dein Speicher die geforderte Leistung zuverlässig und schnell genug erbringt. Anschließend gibst du Gebote über die gemeinsame Ausschreibungsplattform der Netzbetreiber (regelleistung.net) ab. Kleine Speicher unterhalb der Mindestgebotsgröße können über einen Aggregator/Direktvermarkter gebündelt werden – so nimmst du auch mit einer kleineren Anlage teil.

Verlässliche Pauschalzahlen gibt es nicht, weil die Preise in Auktionen entstehen und stark schwanken. Deine Erlöse hängen ab von: der nutzbaren Leistung und Kapazität deines Speichers, dem gewählten Produkt (FCR, aFRR oder mFRR), den aktuellen Auktionspreisen sowie den Kosten für Präqualifikation, Vermarkter und Batteriealterung. Rechne deinen Fall individuell durch, statt dich auf Durchschnittswerte zu verlassen.

Ein Speicher muss sich nicht auf eine Nutzung festlegen. In einer Multi-Use-Strategie kombinierst du Regelenergie mit Eigenverbrauch, Arbitrage (günstig laden, teuer entladen) und Lastspitzenkappung. Wichtig ist, dass für vorgehaltene Regelleistung ein Teil der Kapazität reserviert bleiben muss – die parallele Vermarktung braucht deshalb eine saubere Kapazitäts- und Steuerungslogik.
Prüfe drei Dinge: Erfüllt dein Speicher die technischen Anforderungen (Reaktionszeit, Dauerleistung, Fernsteuerbarkeit)? Erreichst du allein die Mindestgebotsgröße oder brauchst du einen Aggregator? Und rechnet sich die häufige Zyklenbelastung gegen den zusätzlichen Verschleiß? Ein Vermarkter oder Fachpartner übernimmt Präqualifikation und Gebotsabgabe meist für dich.