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Regelenergie mit Batteriespeicher: Es scheitert am Nachweis

Stromfee Redaktion · 15. September 2026
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FCR
schnellste Stufe, Sekunden
aFRR
automatisch, Minuten
mFRR
manuell angefordert
693
Speicher in Planung = künftiger Wettbewerb

Kurz gesagt: Batteriespeicher eignen sich technisch gut für Regelleistung, weil sie sehr schnell und in beide Richtungen reagieren. Bevor eine Anlage teilnehmen darf, muss sie präqualifiziert werden — und dabei geht es weniger um Leistung als um Nachweis.

Die drei Produkte in einem Satz

Die verbindlichen Fristen, Produktzuschnitte und Ausschreibungszeiträume stehen in den Präqualifikationsbedingungen der Übertragungsnetzbetreiber und auf der gemeinsamen Vergabeplattform regelleistung.net. Sie ändern sich — deshalb nennt dieser Beitrag bewusst keine Fristen und keine Preise als feste Zahlen.

Warum Regelleistung selten allein steht

Ein Speicher, der ausschließlich Regelleistung vorhält, lässt in aller Regel Erlös liegen. Wer nur Arbitrage fährt, verzichtet auf die Vergütung für Vorhaltung. Der wirtschaftliche Normalfall ist die Kombination — das macht die Bewertung aber schwieriger, nicht leichter: Vorhaltung und Handel konkurrieren um dieselbe Kapazität. Ob die Aufteilung gut war, lässt sich an keinem einzelnen Erlös ablesen, sondern nur am Vergleich mit dem erzielbaren Erlös.

Was dafür gemessen werden muss

Die Nachweisführung läuft über das Regelwerk zur Netzintegration von Speichern (VDE-AR-N 2510-50) und die Zertifizierung des elektrischen Verhaltens (FGW TR8). Praktisch bedeutet das: Wirkleistung am Netzverknüpfungspunkt, Sollwert und Istwert im Vergleich, der Ladezustand als Grenze der Lieferfähigkeit, dazu die Schutz- und Temperaturpfade — alles muss an der Anlage anliegen und auslesbar sein. Welche Register das im Einzelnen sind, ist in der Übersicht der BESS-Messgrößen aufgeschlüsselt.

Die ehrliche Einordnung

Regelleistung ist kein Selbstläufer. Der Markt ist begrenzt und die Preise schwanken erheblich — mit jedem zusätzlichen präqualifizierten Speicher steigt der Wettbewerb um dieselbe Vorhaltung. Wer eine Investitionsrechnung auf Regelleistungserlöse der Vergangenheit stützt, rechnet mit Preisen eines Marktes, der damals weniger Anbieter hatte.

Wie viel Wettbewerb dazukommt, lässt sich am Register abschätzen: 693 Speicher-Einheiten ab 1 MW stehen als „In Planung“ — gegenüber 634 in Betrieb. Nicht jedes Projekt wird gebaut, und nicht jedes wird Regelleistung anbieten. Die Richtung ist dennoch eindeutig.

Datengrundlage: Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur, Einheitentyp Speicher, gefiltert auf Bruttoleistung ≥ 1.000 kW; Stand der Auswertung 15.09.2026. Die Speicher-Kapazität in MWh ist in der Leistungstabelle des Registers nicht separat geführt und daher hier nicht ausgewiesen. Das Register ist eine Meldedatenbank: Es bildet ab, was Betreiber gemeldet haben, nicht zwingend den Bauzustand am Stichtag. Keine Rechts- oder Anlageberatung.

Häufige Fragen

Kann ein Batteriespeicher Regelenergie anbieten?

Technisch ja, besonders gut bei der schnellsten Stufe FCR, weil Batteriespeicher in Sekunden und in beide Richtungen reagieren können. Voraussetzung ist die Präqualifikation beim Übertragungsnetzbetreiber: Die Anlage muss ihr Verhalten nachweisen, nicht nur können.

Was ist der Unterschied zwischen FCR, aFRR und mFRR?

Die drei Produkte unterscheiden sich vor allem in der geforderten Reaktionsgeschwindigkeit. FCR ist die schnellste Stufe, symmetrisch und automatisch. aFRR wird ebenfalls automatisch abgerufen, hat aber einen Zeitrahmen in Minuten und trennt Leistungs- und Arbeitspreis. mFRR ist die langsamste Stufe und wird manuell angefordert.

Was braucht ein Speicher für die Präqualifikation?

Vor allem einen belastbaren Nachweispfad: Die geforderten Messgrößen müssen an der Anlage anliegen, in ausreichender Auflösung erfasst und reproduzierbar auslesbar sein. Die Nachweisführung stützt sich auf VDE-AR-N 2510-50 und FGW TR8. In der Praxis scheitern Anlagen öfter an der Messtechnik als an der Batterie.

Lohnt sich Regelenergie allein?

In der Regel nicht. Ein Speicher, der ausschließlich Regelleistung vorhält, verzichtet auf Erlöse aus dem Spotmarkt — und umgekehrt. Weil Vorhaltung und Handel um dieselbe Kapazität konkurrieren, lässt sich die Qualität der Aufteilung nur durch Gegenrechnung bewerten.

Wie entwickelt sich der Wettbewerb um Regelleistung?

Er nimmt zu. Im Marktstammdatenregister stehen aktuell 693 Speicher-Einheiten ab 1 MW als 'In Planung' gegenüber 634 in Betrieb. Eine Investitionsrechnung auf Basis vergangener Regelleistungspreise unterstellt einen Markt mit weniger Anbietern als dem heutigen.