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Gasaufbereitung in Biogasanlagen überwachen: Methanqualität und Eigenverbrauch sichtbar machen

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Gasaufbereitung in Biogasanlagen überwachen: Methanqualität und Eigenverbrauch sichtbar machen
Technik & Blindleistung — Stromfee (KI-Bild)

Du willst wissen, ob deine Gasaufbereitung sauber läuft und wie viel Strom sie selbst frisst. Hier bekommst du direkt die Messgrößen und die Monitoring-Schritte, mit denen du beides sichtbar machst.

Direkt beantwortet: Was ein Monitoring dir zeigt

Ein Energie-Monitoring der Gasaufbereitung macht zwei Dinge messbar: die Gasqualität (Methangehalt, H2S, Sauerstoff, Feuchte, Druck) und den Eigenverbrauch (Strom für Verdichter, Aktivkohle-/Entschwefelung, Trocknung, Pumpen, Rührwerke). Du siehst in Echtzeit, ob das Rohbiogas die geforderte Qualität hat und wie viel Strom die Aufbereitung dafür zieht – statt es nur einmal im Jahr beim Wartungsbesuch zu ahnen.

Gasaufbereitung in Biogasanlagen überwachen: Methanqualität und Eigenverbrauch sichtbar machen
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Die Messgrößen der Methanqualität, die du erfassen solltest

Erfasse den Methangehalt (CH4, Rohbiogas liegt typischerweise bei rund 50–55 %), den CO2-Anteil, H2S (Schwefelwasserstoff, korrosiv für BHKW – deshalb über Entschwefelung reduzieren), Sauerstoff (O2-Eintrag deutet auf Falschluft/biologische Entschwefelung hin) sowie Feuchte und Gasdruck. Für die Biomethan-Einspeisung ins Erdgasnetz ist ein deutlich höherer CH4-Anteil nötig (Erdgasqualität) – das prüft die Netzeinspeise-Messtechnik. Wichtig: exakte Grenzwerte hängen von deinem BHKW-Hersteller bzw. Netzbetreiber ab, nicht von Pauschalwerten.

Gasaufbereitung in Biogasanlagen überwachen: Methanqualität und Eigenverbrauch sichtbar machen
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Eigenverbrauch der Aufbereitung sichtbar machen

Der Stromeigenbedarf einer Biogasanlage bewegt sich als grobe Orientierung oft im niedrigen zweistelligen Prozentbereich der erzeugten Strommenge – der genaue Wert ist anlagenspezifisch und nur durch Messung belastbar. Setze deshalb Unterzähler an die großen Verbraucher (Verdichter, Gebläse, Aufbereitung, Rührwerke). So trennst du den Eigenverbrauch der Gasaufbereitung vom Rest und erkennst, welcher Prozessschritt der eigentliche Stromfresser ist.

Gasaufbereitung in Biogasanlagen überwachen: Methanqualität und Eigenverbrauch sichtbar machen
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So baust du das Monitoring praktisch auf

1. Sensorik an der Gasstrecke: CH4/CO2/O2/H2S-Analyse und Druck-/Feuchtemessung. 2. Strom-Unterzähler an den Aufbereitungs-Aggregaten. 3. Datenlogger/SPS, der beide Datenströme zeitsynchron aufzeichnet. 4. Dashboard, das Gasqualität und Stromverbrauch nebeneinander zeigt. 5. Schwellwert-Alarme, die dich warnen, bevor der Methangehalt fällt oder H2S steigt. So wird aus Einzelwerten ein Trend, den du auswerten kannst.

Gasaufbereitung in Biogasanlagen überwachen: Methanqualität und Eigenverbrauch sichtbar machen
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Korrelieren statt raten: Qualität gegen Verbrauch

Der eigentliche Hebel entsteht, wenn du Gasqualität und Eigenverbrauch gemeinsam betrachtest. Beispiel: Steigt der Stromverbrauch der Entschwefelung, während der H2S-Wert gleich bleibt, verschleißt vermutlich die Aktivkohle oder ein Gebläse läuft ineffizient. Fällt der Methangehalt bei gleichem Input, kann das auf einen Störbetrieb im Fermenter hindeuten. Das Monitoring liefert dir hier die Belege statt Vermutungen.

Typische Fehlerbilder, die ein Monitoring früh aufdeckt

Schleichend sinkender Methangehalt (Fütterungs- oder Prozessproblem), steigender H2S-Wert (erschöpfte Entschwefelung, Korrosionsrisiko am BHKW), O2-Eintrag durch Undichtigkeiten, sowie ein still steigender Eigenverbrauch durch verschlissene Verdichter oder Gebläse. Ohne kontinuierliche Messung fallen diese Trends oft erst auf, wenn Wirkungsgrad oder Bauteil schon leiden.

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