Day-Ahead Strompreis an der EPEX SPOT: Was du wissen musst

Der Day-Ahead-Preis ist der Großhandelspreis für Strom, den die Börse EPEX SPOT einen Tag im Voraus für jede Stunde des Folgetags festlegt. Er entsteht aus Angebot und Nachfrage im Auktionsverfahren und ist der wichtigste Referenzpreis im europäischen Stromhandel.
Am Day-Ahead-Markt handelst du Strom für den nächsten Tag – aufgeteilt in 24 einzelne Stundenprodukte. Für jede Stunde entsteht ein eigener Preis. Der Day-Ahead-Markt ist der wichtigste Stromgroßhandelsmarkt in Europa und liefert den Referenzpreis, an dem sich Versorger, Industrie und Speicherbetreiber orientieren.

Bis 12:00 Uhr geben Käufer und Verkäufer ihre Gebote für den Folgetag ab. Um 12:42 Uhr veröffentlicht die Börse EPEX SPOT das Ergebnis: die 24 Stundenpreise für den nächsten Tag. Der Preis pro Stunde ergibt sich dort, wo sich Angebots- und Nachfragekurve schneiden – als einheitlicher Markträumungspreis.

Der Preis richtet sich nach Nachfrage und verfügbarem Angebot. Viel Wind- und Solarstrom bei geringer Last drückt ihn nach unten, hohe Nachfrage bei wenig Erneuerbaren treibt ihn hoch. Deshalb ist Strom nachts oder an sonnig-windigen Mittagen oft günstig, in den Spitzenstunden am Morgen und Abend teuer.

Übersteigt die Erzeugung die Nachfrage deutlich, wird der Day-Ahead-Preis negativ – Abnehmer bekommen dann Geld fürs Verbrauchen. Nach unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung zählten wir in Deutschland 2026 bisher 409 Negativstunden, mit einem Tiefstwert von -500 EUR/MWh. Genau in solchen Stunden lohnt es sich, Verbrauch zu verschieben oder einen Speicher zu laden.

Wer einen dynamischen Tarif oder einen steuerbaren Verbraucher (Wärmepumpe, E-Auto, Batteriespeicher) hat, kann Verbrauch gezielt in günstige Stunden legen. Die 24 Stundenpreise stehen ab 12:42 Uhr für den Folgetag fest – so planst du den nächsten Tag im Voraus.