HomeBlog

Drohne für die PV-Anlage: Was du damit wirklich messen kannst

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Drohne für die PV-Anlage: Was du damit wirklich messen kannst
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)

Kurz gesagt: Eine Drohne mit Wärmebildkamera misst nicht deinen Ertrag in kWh, sondern findet defekte Module, Hotspots und String-Ausfälle über die Modultemperatur. Für die echte Leistungsmessung brauchst du zusätzlich die Daten aus Wechselrichter und Monitoring.

Was die Drohne an deiner Anlage tatsächlich erfasst

Eine Inspektionsdrohne trägt eine Infrarot-Wärmebildkamera (oft plus normale Kamera). Sie "misst" die Oberflächentemperatur deiner Module: Ein defektes oder verschattetes Modul wird wärmer als seine Nachbarn und leuchtet im Wärmebild auf. So findest du Fehler, die du vom Boden nie sehen würdest. Was die Drohne NICHT kann: deinen Stromertrag oder die exakte kWp-Leistung messen – das liefern Wechselrichter und Monitoring.

Drohne für die PV-Anlage: Was du damit wirklich messen kannst
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
Diese Fehler macht die Thermografie sichtbar

Typisch sind einzelne heiße Zellen (Hotspots) durch Mikrorisse oder Verschmutzung, ganze warme Module bei defekter Bypass-Diode, dunkle (kalte) Module oder Strings, die gar keinen Strom liefern, sowie Verschmutzungs- und Verschattungsmuster. Aus dem Temperaturmuster liest ein erfahrener Prüfer ab, ob es ein Zell-, Modul-, String- oder Verkabelungsfehler ist.

Drohne für die PV-Anlage: Was du damit wirklich messen kannst
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
So läuft ein Inspektionsflug ab – Schritt für Schritt

1) Flugplanung über der Anlage (automatische Route für gleichmäßige Bildabdeckung). 2) Überflug mit fester Höhe und Kamerawinkel, meist senkrecht auf die Module. 3) Aufnahme von IR- und normalen Bildern jeder Modulreihe. 4) Auswertung am Rechner: verdächtige Stellen werden markiert und einem Modul/String zugeordnet. 5) Bericht mit Fotos, Fehlerart und Empfehlung. Bei großen Freiflächen entsteht oft eine zusammengesetzte Wärmebild-Karte der ganzen Anlage.

Drohne für die PV-Anlage: Was du damit wirklich messen kannst
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
Die richtigen Bedingungen: sonst misst du Unsinn

Wärmebild-Thermografie braucht Sonne: als Richtwert mindestens etwa 600 W/m² Einstrahlung, damit Temperaturunterschiede überhaupt entstehen. Ideal sind klarer Himmel, wenig Wind und ein sauberer Blickwinkel. Bei Bewölkung, morgens/abends oder nassen Modulen sind die Bilder kaum aussagekräftig. Die Module sollten unter Last stehen (Anlage in Betrieb), damit defekte Zellen sich erwärmen.

Drohne für die PV-Anlage: Was du damit wirklich messen kannst
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
Norm und Rechtliches: worauf du achten solltest

Für die thermografische PV-Prüfung gibt es die Norm EN/IEC 62446-3 (Freiluft-Thermografie von PV-Modulen und Anlagen) – frag den Dienstleister, ob er danach arbeitet. Für den Drohnenflug selbst gilt die EU-Drohnenverordnung: In der Regel braucht der Pilot einen EU-Kompetenznachweis ("Drohnenführerschein"), und über fremdem Grund oder in Nähe von Menschen gelten Abstands- und Genehmigungsregeln.

Drohne vs. echte Leistungsmessung – kombiniere beides

Willst du wissen, ob deine Anlage genug bringt, ist die Drohne nur die halbe Miete: Sie zeigt WO ein Modul defekt ist, aber nicht WIE VIEL Ertrag dir fehlt. Den Leistungsverlust rechnest du aus den elektrischen Daten – Sollertrag aus Einstrahlung und kWp gegen Ist-Ertrag aus dem Wechselrichter. Am aussagekräftigsten ist die Kombination: Monitoring meldet den Leistungsabfall, die Drohne findet die Ursache am Modul.

🎬 Der Energie-Zähler
Aktuell dazu

Abrechnung prüfen lassen?

Kontakt aufnehmen →