Drohne für die PV-Planung – ja oder nein?

Eine Drohne ersetzt bei der PV-Planung das Klettern aufs Dach: Sie liefert dir Maße, Neigung, Ausrichtung und Verschattung, ohne dass jemand aufs Gerüst muss. Hier liest du, wofür sie sich konkret lohnt – und wann ein Aufmaß vom Boden reicht.
Sinnvoll ist die Drohne, wenn das Dach schwer zugänglich, verwinkelt oder groß ist (Hallen, Höfe, Mehrfamilienhäuser). Sie liefert dir per Photogrammetrie ein maßstäbliches 3D-Modell mit Dachfläche, Neigung und Ausrichtung – Grundlage für die Modulbelegung. Bei einem einfachen Satteldach-Einfamilienhaus reicht dagegen oft ein Aufmaß über Satellitenbild plus Kontrollmessung vor Ort.

1) Dachaufmaß: Fläche, Firsthöhe, Neigung und Azimut per Luftbild-Vermessung. 2) Verschattungs-Check: Kamine, Gauben, Bäume und Nachbargebäude erkennst du aus der Vogelperspektive sofort. 3) Dachzustand: Du siehst Schäden, Moos oder Verformungen, bevor die Unterkonstruktion geplant wird. 4) Hindernis-Erfassung: Dachfenster, Lüfter, Blitzableiter – alles, was die Modulbelegung einschränkt.

Für die Ertragsprognose selbst brauchst du keine Drohne – die läuft über Einstrahlungsdaten und Simulation. Auch die Statik-Bewertung ersetzt sie nicht, dafür ist ein Blick auf den Dachstuhl von innen nötig. Und bei einer Standard-Dachfläche ohne Verschattung ist der Drohnenflug oft teurer als der Nutzen. Kläre vorab, ob dein Planer die Daten überhaupt in seine Planungssoftware importieren kann.

Eine Wärmebild-Drohne zeigt Hotspots und defekte Module – das ist ein Prüf-Werkzeug für bereits installierte Anlagen, nicht für die Erstplanung. Bei der Planung einer neuen Anlage bringt dir die normale Foto-/Photogrammetrie-Drohne mehr. Verwechsle die beiden Einsatzzwecke nicht, wenn du ein Angebot vergleichst.

In der EU gilt die EU-Drohnenverordnung. Für die meisten Vermessungsflüge über bebautem Gebiet brauchst du einen EU-Kompetenznachweis ("Drohnenführerschein"), eine Betreiber-Registrierung und je nach Drohne eine Kennzeichnung. Über fremden Grundstücken und in der Nähe von Personen gelten Abstands- und Zustimmungsregeln. Lass das im Zweifel einen zertifizierten Dienstleister übernehmen – der bringt Versicherung und Genehmigung mit.
Für eine einmalige PV-Planung lohnt sich meist der Dienstleister: Er liefert dir direkt das ausgewertete 3D-Modell samt Maßen, statt dass du dich in Photogrammetrie-Software einarbeitest. Eigene Drohne rechnet sich erst, wenn du regelmäßig Dächer aufnimmst. Achte darauf, dass du am Ende auswertbare Daten (Maße, Orthofoto, 3D-Modell) bekommst – nicht nur schöne Bilder.