Stromfee WLAN-Steckdosen und die Strombörse – einfach erklärt

Eine WLAN-Steckdose misst und schaltet deinen Verbrauch aus der Ferne, die Strombörse legt fest, was eine Kilowattstunde stündlich kostet. Hier erfährst du, was beides ist und warum die Kombination bares Geld sparen kann.
Eine WLAN-Steckdose steckst du zwischen Wandsteckdose und Gerät. Sie misst den tatsächlichen Verbrauch in Watt und Kilowattstunden und kann das angeschlossene Gerät per App oder automatisch ein- und ausschalten. Weil sie im WLAN hängt, brauchst du kein zusätzliches Kabel: Verbrauchsdaten und Schaltbefehle laufen über dein Heimnetz. So siehst du erstmals genau, welches Gerät wie viel zieht – und kannst es zeitgesteuert laufen lassen.

An der Strombörse (in Europa vor allem EPEX Spot) wird Strom im Voraus gehandelt. Im sogenannten Day-Ahead-Markt wird am Vortag für jede einzelne Stunde des Folgetags ein Preis versteigert. Ist viel günstiger Wind- und Solarstrom im Netz, fällt der Preis; bei knappem Angebot steigt er. Dieser Börsenpreis schwankt also stündlich – anders als der feste Cent-Betrag in einem klassischen Tarif.

Der Börsenpreis nützt dir nur, wenn du deinen Verbrauch in die günstigen Stunden verschiebst – und genau das erledigt die WLAN-Steckdose. Sie schaltet flexible Verbraucher (Boiler, Wärmepumpe, Ladegerät, Waschmaschine) dann ein, wenn Strom an der Börse billig ist. Voraussetzung ist ein dynamischer Stromtarif, bei dem dein Preis dem Börsenpreis folgt. Ohne dynamischen Tarif zahlst du trotz smarter Steckdose immer denselben Arbeitspreis.

Bei sehr viel Wind und Sonne kann der Börsenpreis sogar unter null fallen. In unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung zählten wir 2026 in Deutschland bisher 396 Stunden mit negativem Day-Ahead-Preis, der Tiefstwert lag bei −500 EUR/MWh. In solchen Stunden bekommst du mit dynamischem Tarif Strom quasi geschenkt. Eine WLAN-Steckdose, die auf den Preis reagiert, kann genau diese Fenster automatisch für dich nutzen.

Ja. Der Börsenpreis erreicht dich nur über einen dynamischen Stromtarif, der den stündlichen Spotpreis an dich weitergibt. Nach dem Energiewirtschaftsgesetz müssen Stromlieferanten seit 2025 solche dynamischen Tarife anbieten – ob er sich für dich rechnet, hängt aber davon ab, wie viel Verbrauch du wirklich verschieben kannst. Ein fester Tarif bleibt sinnvoll, wenn dein Verbrauch kaum flexibel ist.
1. Prüfe, ob dein Stromanbieter einen dynamischen Tarif hat – oft ist dafür ein digitaler Zähler nötig. 2. Steck deine WLAN-Steckdose vor einen flexiblen Verbraucher und verbinde sie mit dem WLAN. 3. Beobachte ein paar Tage, welches Gerät wie viel zieht. 4. Lege Schaltzeiten oder Preis-Regeln fest, sodass die Steckdose in günstigen Börsenstunden schaltet. So machst du aus reiner Messung eine echte Ersparnis.