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EPEX Markt: Was ist das und wie entsteht dort der Strompreis?

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
EPEX Markt: Was ist das und wie entsteht dort der Strompreis?
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)

Der „EPEX Markt" ist der kurzfristige Stromhandel an der Börse EPEX SPOT — dort wird für Deutschland stündlich (und viertelstündlich) festgelegt, was eine Megawattstunde Strom im Großhandel kostet. Genau dieser Preis steckt später in deinem dynamischen Tarif, im Marktwert deiner PV-Anlage und in jeder Negativpreis-Stunde.

Kurz erklärt: Was der EPEX Markt ist

EPEX SPOT ist eine europäische Strombörse mit Sitz in Paris, die den kurzfristigen Stromhandel (Spotmarkt) für Deutschland und mehrere Nachbarländer organisiert. Gehandelt wird dort Strom für morgen und für heute — nicht für nächstes Jahr. Käufer sind Stromlieferanten, Stadtwerke, Industriebetriebe und Händler, Verkäufer sind Kraftwerksbetreiber und Direktvermarkter. Der Preis wird in Euro pro Megawattstunde (EUR/MWh) angegeben: 10 EUR/MWh entsprechen 1 Cent pro Kilowattstunde. Wichtig: Das ist ein reiner Großhandelspreis — ohne Netzentgelte, Abgaben, Umlagen und Steuern.

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Die zwei Handelsplätze: Day-Ahead und Intraday

Day-Ahead ist eine Auktion: Alle Gebote für den Folgetag werden bis zum Mittag abgegeben, dann wird für jede Stunde ein einheitlicher Preis ermittelt. Jeder bekommt denselben Preis, egal wie günstig er angeboten hat. Das ist der Preis, den du abends in den Tarif-Apps für morgen siehst. Intraday läuft danach fortlaufend weiter: Hier korrigieren Händler kurzfristig, wenn Wind- oder PV-Prognosen abweichen oder ein Kraftwerk ausfällt. Gehandelt wird bis kurz vor der Lieferung, auch in Viertelstunden-Produkten. Faustregel: Day-Ahead ist die Planung, Intraday die Feinjustierung.

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Wie der Preis zustande kommt (Merit-Order)

Die Angebote werden nach Preis sortiert: erst die Kraftwerke mit den niedrigsten Grenzkosten (Wind, PV, Wasser, Kernkraft in anderen Ländern), dann Braunkohle, Steinkohle, Gas. Aufgefüllt wird, bis der Bedarf gedeckt ist — und das letzte noch benötigte Angebot setzt den Preis für alle. Deshalb ist der Preis mittags bei viel Sonne niedrig und an windstillen Winterabenden hoch. Und deshalb kann er negativ werden: Wenn sehr viel Erneuerbaren-Strom einspeist und die Nachfrage niedrig ist, zahlen Erzeuger dafür, einspeisen zu dürfen, statt Geld zu bekommen.

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Nicht verwechseln: EPEX ≠ EEX ≠ Endkundenpreis

EPEX SPOT ist der Spotmarkt (Lieferung morgen oder heute). Langfristige Lieferverträge über Monate und Jahre laufen dagegen über den Terminmarkt der EEX — das sind zwei verschiedene Preise, die sich deutlich unterscheiden können. Und keiner von beiden ist dein Endkundenpreis: Auf den Börsenpreis kommen Netzentgelte, Messstellenentgelt, Konzessionsabgabe, Stromsteuer, Umlagen und Mehrwertsteuer obendrauf. Wenn dir jemand „Strom zum Börsenpreis" verspricht, frag nach, welche dieser Bestandteile zusätzlich berechnet werden.

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Wo du die EPEX-Preise selbst nachschaust

Die Marktdaten-Seite von epexspot.com zeigt die Day-Ahead-Ergebnisse und Intraday-Indizes. Kostenlos und gut aufbereitet ist SMARD.de von der Bundesnetzagentur — dort siehst du Großhandelspreise, Erzeugung und Verbrauch im selben Diagramm, was die Preisbildung sofort erklärt. Für Rohdaten inklusive Nachbarländer gibt es die ENTSO-E Transparency Platform. Anbieter dynamischer Tarife zeigen dir zusätzlich den auf deine Kilowattstunde umgerechneten Preis inklusive aller Aufschläge — das ist die Zahl, die für deine Rechnung zählt.

Wann der EPEX-Preis für dich konkret zählt

Drei Fälle: Erstens dynamischer Tarif — dein Arbeitspreis folgt dann stundenweise dem Day-Ahead-Ergebnis, Lastverschiebung (Wärmepumpe, Wallbox, Speicher) wird direkt zu Geld. Zweitens Direktvermarktung — der Erlös deiner PV- oder Biogasanlage hängt am Spotmarkt, die Marktprämie wird über den monatlichen Marktwert abgerechnet. Drittens Negativpreise — für geförderte Anlagen entscheidet der Day-Ahead-Preis darüber, ob in einer Stunde überhaupt eine Vergütung fließt. Wenn einer dieser drei Punkte auf dich zutrifft, lohnt es sich, die Preiskurve regelmäßig anzuschauen statt nur die Jahresabrechnung.

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