EPEX Spot Preise – so entstehen die Strompreise an der Börse

EPEX Spot ist die europäische Strombörse, an der der Strom für die nächsten Stunden und den Folgetag gehandelt wird. Der Spot-Preis ist der Börsenpreis, der sich dort aus Angebot und Nachfrage bildet – angegeben in Euro pro Megawattstunde (€/MWh).
Der Spot-Preis ist der kurzfristige Großhandelspreis für Strom an der EPEX Spot (European Power Exchange). Für Deutschland gilt die Gebotszone DE_LU. Es gibt zwei Märkte: die Day-Ahead-Auktion (Preise für jede Stunde des Folgetags, festgelegt am Vortag ~12 Uhr) und den Intraday-Handel (laufender Handel bis kurz vor Lieferung). Der Preis entsteht dort, wo sich Angebots- und Nachfragekurve schneiden.

Die Day-Ahead-Preise werden nach der Auktion für alle Stunden des nächsten Tages veröffentlicht – z. B. auf der EPEX-Spot-Website, bei der Bundesnetzagentur (SMARD) und in vielen Börsenstrom-Apps. Achte auf die Einheit: Börsenpreise stehen in €/MWh; für ct/kWh teilst du durch 10 (100 €/MWh = 10 ct/kWh, netto ohne Steuern, Abgaben und Netzentgelte).

Wenn viel Wind- und Solarstrom bei geringer Nachfrage einspeist, kann der Spot-Preis unter null fallen: Erzeuger zahlen dann dafür, dass ihr Strom abgenommen wird. Solche Negativstunden sind in den letzten Jahren häufiger geworden und Auslöser für die §51-Regelung im EEG.

Nach § 51 EEG 2023 entfällt die Marktprämie, wenn der EPEX-Day-Ahead-Preis in vier zusammenhängenden Stunden im Stundenmittel unter 0 €/MWh liegt – dann bekommen die in diesem 4h-Block erzeugten Mengen keine Förderung. Wichtig: gerechnet wird auf Stunden-Mittelwerten der Day-Ahead-Auktion; einzelne negative 15-Minuten-Slots zählen dafür nicht direkt.

Bei dynamischen Stromtarifen wird dein Arbeitspreis stundenweise an den EPEX-Day-Ahead-Preis gekoppelt. Du zahlst in günstigen Stunden weniger und in teuren mehr – lohnt sich, wenn du Verbrauch (Wärmepumpe, E-Auto, Batteriespeicher) in die günstigen Stunden verschieben kannst.
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