EPEX Strompreis: Was steckt dahinter?

Der EPEX-Strompreis ist der Preis, zu dem Strom an der Strombörse EPEX SPOT gehandelt wird – in Euro pro Megawattstunde (EUR/MWh). Er entsteht aus Angebot und Nachfrage und ist die Grundlage für dynamische Stromtarife.
EPEX SPOT ist die europäische Strombörse für den kurzfristigen Handel (unter anderem für Deutschland, Österreich und Frankreich). Der Preis gibt an, was eine Megawattstunde Strom für eine bestimmte Lieferstunde kostet. Angegeben wird er in EUR/MWh – geteilt durch 1.000 ergibt das den Preis in Cent pro Kilowattstunde. Es gibt zwei Märkte: den Day-Ahead-Markt (Preise für den nächsten Tag) und den Intraday-Markt (kurzfristiger Handel bis kurz vor der Lieferung).

Im Day-Ahead-Markt wird für jede Stunde des Folgetags ein eigener Preis in einer Auktion ermittelt. Die Gebote müssen bis 12:00 Uhr (mittags) für den nächsten Tag abgegeben sein; kurz danach stehen die 24 Stundenpreise fest. Zusätzlich werden inzwischen auch feinere Viertelstunden-Produkte gehandelt. Im Intraday-Markt läuft der Handel dagegen fortlaufend und passt sich fast in Echtzeit an.

Der Preis richtet sich nach der momentanen Lage: Viel Wind und Sonne bei geringer Nachfrage drücken ihn nach unten, wenig Erneuerbare bei hoher Last treiben ihn hoch. Deshalb ist Strom nachts oder mittags bei Sonnenschein oft günstig und in den Abendstunden teuer. Genau diese Schwankung nutzen dynamische Tarife und Speicher aus.

Ja. Wenn sehr viel Strom im Netz ist und die Nachfrage gering, kann der Preis unter null fallen – dann bekommt man für die Abnahme von Strom rechnerisch Geld. Nach unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung gab es 2026 in Deutschland bis jetzt 423 Stunden mit negativen Preisen, der tiefste Wert lag bei -500 EUR/MWh. Das ist zugleich die technische Preisuntergrenze der Day-Ahead-Auktion.

Mit einem klassischen Festtarif merkst du von diesen Schwankungen nichts. Mit einem dynamischen Tarif zahlst du dagegen stündlich den (aufgeschlagenen) Börsenpreis. Achtung: Auf den reinen EPEX-Preis kommen immer noch Netzentgelte, Steuern, Abgaben und die Marge des Anbieters – der Endpreis liegt also deutlich über dem Börsenwert.
Wenn du Verbraucher gezielt in günstige Stunden verschieben kannst – etwa Wärmepumpe, E-Auto-Ladung oder einen Batteriespeicher. Ein Speicher lädt in Niedrigpreis-Phasen (oder sogar bei negativen Preisen) und entlädt in teuren Stunden. Ohne solche flexiblen Verbraucher bringt der stündliche Börsenpreis im Alltag wenig.
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