Luftwärmepumpe: So berechnest du den Stromverbrauch

Der Jahres-Stromverbrauch deiner Luftwärmepumpe ist der gesamte Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ). Alles andere — Heizlast, Fläche, Gerätetyp — ist nur der Weg zu diesen zwei Zahlen.
Jahres-Stromverbrauch [kWh] = (Heizwärmebedarf + Warmwasser) [kWh] ÷ JAZ. Beispiel: 15.000 kWh Heizwärme + 3.000 kWh Warmwasser = 18.000 kWh Wärme. Bei einer JAZ von 3,5 rechnest du 18.000 ÷ 3,5 ≈ 5.150 kWh Strom im Jahr. Bei JAZ 3,0 wären es 6.000 kWh, bei JAZ 4,0 nur 4.500 kWh — dieselbe Wärme, ein Drittel Unterschied beim Strom. Deshalb entscheidet die JAZ über das Ergebnis, nicht die Gerätemarke.

1) Heizwärmebedarf ermitteln (kWh/Jahr, siehe nächster Abschnitt). 2) Warmwasser addieren — Faustwert 500 bis 1.000 kWh pro Person und Jahr, je nach Duschgewohnheiten. 3) JAZ realistisch annehmen: je niedriger deine Vorlauftemperatur, desto höher. Flächenheizung mit 35 °C Vorlauf liegt deutlich besser als Heizkörper mit 55 °C. 4) Summe durch JAZ teilen. Wenn dein Netzbetreiber die Wärmepumpe nach §14a EnWG steuern darf oder Sperrzeiten gelten, rechne einen Aufschlag für den Heizstab dazu.

Alte Heizkostenabrechnung (beste Quelle): Gasverbrauch in kWh × Kesselnutzungsgrad 0,85 bis 0,95 = tatsächlich gelieferte Wärme. Bei Öl: 1 Liter ≈ 10 kWh, dann ebenfalls den Nutzungsgrad ansetzen. Bei Gas in m³ vorher mit rund 10 kWh/m³ umrechnen. Zweite Lage — Neubau ohne Verbrauchshistorie: Heizlast in kW × 1.800 bis 2.200 Vollbenutzungsstunden. Dritte Lage — bestehende Wärmepumpe: den Wärmemengenzähler ablesen, das ist die gemessene Wärme ohne Umrechnung.

Der COP aus dem Datenblatt gilt für einen einzigen Prüfpunkt (etwa A2/W35 oder A−7/W35): eine Außentemperatur, eine Vorlauftemperatur, Volllast. Die JAZ ist der Jahresdurchschnitt über alle Betriebszustände — inklusive Abtauzyklen, Umwälzpumpe, Ventilator, Takten in der Übergangszeit und Heizstab an kalten Tagen. Wer mit dem Katalog-COP rechnet, unterschätzt den Stromverbrauch systematisch. Nimm für die Planungsrechnung die JAZ aus der Auslegung deines Fachbetriebs, nicht die schönste Zahl aus dem Prospekt.

Warmwasser vergessen — es läuft ganzjährig und mit höherer Vorlauftemperatur als die Heizung, drückt also die JAZ. Ein mildes oder besonders kaltes Verbrauchsjahr als Basis: nimm möglichst drei Jahre und mittle. Leerstand, neue Bewohner oder eine Dämmmaßnahme zwischen Referenzjahr und heute. Kühlbetrieb im Sommer, der im alten Gasverbrauch gar nicht auftauchen konnte. Und eine überdimensionierte Anlage, die taktet statt durchzulaufen — sie verbraucht mehr, als die Formel erwarten lässt.
Die Rechnung oben ist eine Prognose. Den Beweis liefert erst die Messung: Wärmemengenzähler (gelieferte Wärme in kWh) geteilt durch den Stromzähler der Wärmepumpe (aufgenommener Strom in kWh) ergibt deine echte JAZ. Voraussetzung ist, dass die Wärmepumpe einen eigenen Zähler oder Unterzähler hat — sonst steckt ihr Verbrauch im Haushaltsstrom und lässt sich nicht sauber trennen. Weicht die gemessene JAZ deutlich von der Auslegung ab, liegt es meistens an der Vorlauftemperatur, der Heizkurve oder einem zu oft anspringenden Heizstab.
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