Maß der elektrischen Blindleistung – welche Einheit ist das?

Das Maß der elektrischen Blindleistung ist das var (Volt-Ampere reaktiv), Formelzeichen Q. Es unterscheidet sich bewusst vom Watt der Wirkleistung, damit du beide Anteile im Stromnetz auseinanderhalten kannst.
Blindleistung misst du in var (gesprochen "war", von Volt-Ampere reaktiv), das Formelzeichen ist Q. In Suchrätseln ist die dreibuchstabige Lösung für "Maß der elektrischen Blindleistung" daher schlicht VAR.

Wirkleistung P misst du in Watt (W), denn sie leistet echte Arbeit. Blindleistung pendelt dagegen nur zwischen Erzeuger und Verbraucher hin und her und verrichtet keine Nutzarbeit – deshalb bekam sie mit dem var eine eigene Einheit. Physikalisch ist ein var dimensionsgleich mit einem Watt, die getrennte Benennung macht aber sichtbar, dass es sich um zwei verschiedene Leistungsarten handelt.

Wie beim Watt nutzt du dezimale Vorsätze: 1 kvar (Kilovar) = 1.000 var, 1 Mvar (Megavar) = 1.000.000 var. Kleine Motoren oder Trafos rechnest du in var bis kvar, ganze Umspannwerke und Kompensationsanlagen im Netz in Mvar.

Wirkleistung P (Watt), Blindleistung Q (var) und Scheinleistung S (Voltampere, VA) bilden ein rechtwinkliges Dreieck: S² = P² + Q². Die Blindleistung berechnest du daraus mit Q = √(S² − P²) oder direkt über Q = U · I · sin φ, wobei φ der Phasenwinkel zwischen Strom und Spannung ist.

Ein Netzanalysator oder moderner Zähler gibt dir Q direkt in var bzw. kvar aus. Ohne Messgerät reicht der Leistungsfaktor: Bei bekanntem cos φ ist sin φ = √(1 − cos²φ) und damit Q = S · sin φ. Faustregel: Bei cos φ = 0,7 fließt fast so viel Blind- wie Wirkleistung – ein deutliches Signal, dass eine Kompensation sinnvoll sein kann.
Auf Typenschildern von Motoren, in Datenblättern von Kompensationsanlagen und in Netzabrechnungen taucht var/kvar auf. Wenn dein Betrieb viel Blindleistung bezieht, kann der Netzbetreiber sie in Rechnung stellen – dann lohnt der Blick auf eine Blindleistungskompensation, die Q gezielt senkt.