Monitoring der Solaranlage: Was es ist und wie du es nutzt

Monitoring bedeutet, dass du die Leistung und den Ertrag deiner Solaranlage laufend misst und mit dem Soll vergleichst. So erkennst du sofort, wenn ein Modul, ein String oder der Wechselrichter weniger liefert als er sollte.
Ein Monitoring-System erfasst laufend die wichtigsten Kennwerte deiner Anlage: die aktuelle Leistung (kW), den erzeugten Ertrag (kWh pro Tag/Monat/Jahr), die Werte einzelner Strings oder Module sowie Status- und Fehlermeldungen des Wechselrichters. Aus diesen Daten siehst du auf einen Blick, ob deine Anlage so viel liefert, wie sie bei aktuellem Wetter und Sonnenstand liefern müsste.

Der Wechselrichter ist die Datenquelle: Er misst Spannung, Strom und Leistung und schickt die Werte per WLAN, LAN oder Mobilfunk an ein Portal oder eine App. Dort werden die Daten gespeichert, in Diagrammen dargestellt und – je nach System – mit einem Erwartungswert verglichen. Bei Abweichungen bekommst du eine Meldung, oft per E-Mail oder Push.

1) Prüfe, ob dein Wechselrichter ein eigenes Portal oder eine App mitbringt (die meisten Hersteller haben das). 2) Verbinde ihn per LAN, WLAN oder Mobilfunk mit dem Internet. 3) Registriere die Anlage im Portal des Herstellers und trage die Anlagengröße (kWp) ein. 4) Aktiviere Benachrichtigungen, damit du bei Ertragsausfall oder Fehlern automatisch informiert wirst.

Typische Probleme, die du ohne Überwachung oft monatelang nicht bemerkst: ein ausgefallener String, ein defektes oder verschmutztes Modul, Verschattung durch neuen Bewuchs, ein abgeschalteter Wechselrichter oder eine gerissene Sicherung. Weil du den Ertrag mit dem Sollwert vergleichst, fällt ein schleichender Minderertrag auf – nicht erst bei der Jahresabrechnung.

Beim String-Monitoring siehst du die Leistung ganzer Modulreihen – das ist der Standard und meist im Wechselrichter enthalten. Beim Modul-Monitoring (über Leistungsoptimierer oder Modulwechselrichter) siehst du jedes einzelne Modul. Das kostet mehr, lohnt sich aber bei teilverschatteten Dächern oder wenn du jede Fehlerquelle exakt orten willst.
Wirf mindestens monatlich einen Blick auf den Ertrag und vergleiche ihn mit dem Vorjahresmonat und mit ähnlichen Anlagen in deiner Region. Achte auf einzelne Strings, die dauerhaft schwächer sind, und prüfe, ob es unquittierte Fehlermeldungen gibt. So stellst du sicher, dass deine Anlage über die Jahre die volle Leistung bringt.