MSCONS erklärt: wie deine Strom-Vergütung wirklich abgerechnet wird
Wer Strom aus Sonne, Wind oder einem Speicher erzeugt und ins Netz verkauft, bekommt am Monatsende eine Vergütung. Diese Zahl rechnet niemand „nach Gefühl" aus — sie wird aus Mess-Dateien berechnet. Diese Dateien heißen MSCONS, und sie sind das eigentliche Fundament deiner Abrechnung. Ist die Datei falsch oder unvollständig, ist auch die Vergütung falsch.
Die Lernseite mscons.stromfee.ai erklärt Schritt für Schritt, was in diesen Dateien steht und wie man prüft, ob die Abrechnung stimmt. Dieser Beitrag fasst das Wichtigste zusammen — inklusive der verlinkten Themenseiten.

Was MSCONS ist
MSCONS ist das Standard-Dateiformat, mit dem in der Energiewirtschaft Strommengen abgerechnet werden. Technisch ist es eine EDIFACT-Textdatei: kurze Code-Bausteine, getrennt durch Sonderzeichen. Für jede Viertelstunde (¼ h) hält sie fest, wie viel Strom eingespeist wurde, ob abgeregelt wurde und welcher Marktpreis galt. 96 Viertelstunden ergeben einen Tag — das ist die Auflösung, in der über deine Vergütung entschieden wird.
Woraus deine Vergütung besteht
Die Zahl auf der Gutschrift ist keine einzelne Größe, sondern setzt sich aus drei Bausteinen zusammen — und alle drei hängen an den MSCONS-Daten:
Weil alle drei aus den Messdateien kommen, entscheidet die Datenqualität über den Auszahlungsbetrag. Und genau hier gehen in der Praxis die häufigsten Fehler und Lücken verloren.
Die schrumpfende §51-Schwelle
Der §51 EEG ist der Baustein, der am schnellsten teuer wird. Die Regel: Fällt der Börsen-Strompreis nicht nur eine Minute, sondern mehrere Stunden am Stück unter null, entfällt für diese Zeit deine Marktprämie. Wie lange „lang genug" ist, sinkt jedes Jahr:

Für 2026 genügen also zwei zusammenhängende Negativstunden, damit die Prämie für diese Zeit wegfällt; ab 2027 reicht eine einzige. Der §51-Abzug wird in der MSCONS-Datei mit der Prüf-Nummer 13026 verbucht. Der häufigste Fehler: Seit Oktober 2025 läuft der Day-Ahead-Markt viertelstündlich — wird schon eine einzelne negative Viertelstunde als „Negativstunde" gewertet, obwohl die Regel auf zusammenhängende Stunden zielt, fällt der Abzug zu hoch aus. Das lohnt sich nachzurechnen: Deckt sich die Zahl der abgezogenen Stunden mit den echten Negativpreis-Phasen und mit der für dein Inbetriebnahme-Jahr geltenden Schwelle?
Redispatch 2.0 — Geld, das oft liegen bleibt
Wird das Netz eng, darf der Netzbetreiber Erneuerbare-Anlagen ab 100 kW drosseln (§13a EnWG, seit 2021). Für die entgangene Erzeugung — die Ausfallarbeit — steht dir eine Entschädigung zu, „als hättest du eingespeist". Der Haken: Die dafür nötigen Dateien kommen nicht automatisch mit der Monatsrechnung, sondern müssen aktiv angefordert werden:
- 13022 — anlagenscharfe Ausfallarbeit (eine Anlage)
- 13023 — aggregierte Werte über mehrere Anlagen
Ob nach dem Spitz- oder dem Prognosemodell gerechnet wird, verändert den Betrag spürbar. Viele Betreiber sehen nie eine Redispatch-Entschädigung — schlicht, weil sie die Dateien nie anfordern.
Welche Dateien es gibt
MSCONS gibt es in mehreren Typen, jeder mit eigenem Prüfidentifikator. Die Seite ordnet sie nach einer Ampel — grün „zählt direkt zur Vergütung", blau/grau eher erklärend. Die wichtigsten:
- 13025 — Standard-Lastgang (deine eingespeiste Menge je Viertelstunde)
- 13022 / 13023 — Redispatch-Ausfallarbeit (anlagenscharf / aggregiert)
- 13026 — §51-Einstufung der Negativpreis-Stunden
Die Kernaussage: Bekommst du nur den Standard-Lastgang, fehlt die halbe Geschichte — Redispatch und §51 musst du separat einfordern.
Dateien anfordern & prüfen — in drei Schritten
Man muss kein Energie-Profi sein, um die eigene Abrechnung zu prüfen. Die Seite führt es in drei Schritten vor:

- Anfordern — beim Netzbetreiber den Lastgang und vor allem die Redispatch-Dateien (kommen nicht automatisch), beim Direktvermarkter die §51-Einstufung je Stunde und die Preisquellen.
- Aufbau einordnen — die EDIFACT-Anker helfen: BGM (Nachrichtentyp/Prüf-Nummer), LOC (Lokation), QTY (die kWh-Werte je Viertelstunde), DTM (Zeitstempel).
- Prüfen — Vollständigkeit (alle 96 Viertelstunden je Tag, keine fehlenden Tage/Monate), Dateiarten (13025 allein ist unvollständig), §51-Logik (abgezogene Stunden gegen echte Negativpreis-Phasen und deine Schwelle) und Plausibilität (passt das Muster zur Erzeugung — PV tagsüber, Wind wetterabhängig).
Alle Themenseiten auf einen Blick
Warum das zählt
Deine Vergütung ist nur so korrekt wie die Dateien, aus denen sie berechnet wird. Wer die MSCONS-Dateien anfordert und liest, sieht schwarz auf weiß, ob die Menge stimmt, ob der §51-Abzug korrekt gerechnet ist und ob die Redispatch-Entschädigung überhaupt angekommen ist. Die Seite bietet dafür einen kostenlosen ersten Abrechnungs-Check an — die Dateien werden gegen die echten Marktpreise und die geltenden Regeln gespiegelt.
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