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MSCONS erklärt: wie deine Strom-Vergütung wirklich abgerechnet wird

Stromfee Redaktion · 3. Juli 2026

Wer Strom aus Sonne, Wind oder einem Speicher erzeugt und ins Netz verkauft, bekommt am Monatsende eine Vergütung. Diese Zahl rechnet niemand „nach Gefühl" aus — sie wird aus Mess-Dateien berechnet. Diese Dateien heißen MSCONS, und sie sind das eigentliche Fundament deiner Abrechnung. Ist die Datei falsch oder unvollständig, ist auch die Vergütung falsch.

Die Lernseite mscons.stromfee.ai erklärt Schritt für Schritt, was in diesen Dateien steht und wie man prüft, ob die Abrechnung stimmt. Dieser Beitrag fasst das Wichtigste zusammen — inklusive der verlinkten Themenseiten.

Startseite mscons.stromfee.ai — wie deine Strom-Vergütung wirklich abgerechnet wird
mscons.stromfee.ai: MSCONS ist das EDIFACT-Messdaten-Format, Auflösung ist die Viertelstunde — dort, wo §51 und Redispatch Geld kosten.

Was MSCONS ist

MSCONS ist das Standard-Dateiformat, mit dem in der Energiewirtschaft Strommengen abgerechnet werden. Technisch ist es eine EDIFACT-Textdatei: kurze Code-Bausteine, getrennt durch Sonderzeichen. Für jede Viertelstunde (¼ h) hält sie fest, wie viel Strom eingespeist wurde, ob abgeregelt wurde und welcher Marktpreis galt. 96 Viertelstunden ergeben einen Tag — das ist die Auflösung, in der über deine Vergütung entschieden wird.

Woraus deine Vergütung besteht

Die Zahl auf der Gutschrift ist keine einzelne Größe, sondern setzt sich aus drei Bausteinen zusammen — und alle drei hängen an den MSCONS-Daten:

MARKTPRÄMIE (+)Hebt den mittleren Marktwert auf deinen festen Satz — den „anzulegenden Wert". Berechnet auf deine eingespeiste Menge, und die steht in einer bestimmten MSCONS-Datei.
§51 NEGATIVPREISE (−)Fällt der Börsenpreis lange genug unter null, entfällt für diese Zeit die Marktprämie — ein Abzug.
REDISPATCH 2.0 (+)Wirst du vom Netzbetreiber abgeregelt, steht dir eine Entschädigung für die „Ausfallarbeit" zu — als hättest du eingespeist.

Weil alle drei aus den Messdateien kommen, entscheidet die Datenqualität über den Auszahlungsbetrag. Und genau hier gehen in der Praxis die häufigsten Fehler und Lücken verloren.

Die schrumpfende §51-Schwelle

Der §51 EEG ist der Baustein, der am schnellsten teuer wird. Die Regel: Fällt der Börsen-Strompreis nicht nur eine Minute, sondern mehrere Stunden am Stück unter null, entfällt für diese Zeit deine Marktprämie. Wie lange „lang genug" ist, sinkt jedes Jahr:

§51-Schwellen-Staffel: 2024 vier Stunden, 2025 drei, 2026 zwei, ab 2027 eine Stunde
Die schrumpfende Stunden-Schwelle: 2024 = 4 h · 2025 = 3 h · 2026 = 2 h (aktuell) · ab 2027 = 1 h. Ältere Anlagen können unter Bestandsschutz fallen (§100 Abs. 46 EEG).

Für 2026 genügen also zwei zusammenhängende Negativstunden, damit die Prämie für diese Zeit wegfällt; ab 2027 reicht eine einzige. Der §51-Abzug wird in der MSCONS-Datei mit der Prüf-Nummer 13026 verbucht. Der häufigste Fehler: Seit Oktober 2025 läuft der Day-Ahead-Markt viertelstündlich — wird schon eine einzelne negative Viertelstunde als „Negativstunde" gewertet, obwohl die Regel auf zusammenhängende Stunden zielt, fällt der Abzug zu hoch aus. Das lohnt sich nachzurechnen: Deckt sich die Zahl der abgezogenen Stunden mit den echten Negativpreis-Phasen und mit der für dein Inbetriebnahme-Jahr geltenden Schwelle?

Redispatch 2.0 — Geld, das oft liegen bleibt

Wird das Netz eng, darf der Netzbetreiber Erneuerbare-Anlagen ab 100 kW drosseln (§13a EnWG, seit 2021). Für die entgangene Erzeugung — die Ausfallarbeit — steht dir eine Entschädigung zu, „als hättest du eingespeist". Der Haken: Die dafür nötigen Dateien kommen nicht automatisch mit der Monatsrechnung, sondern müssen aktiv angefordert werden:

Ob nach dem Spitz- oder dem Prognosemodell gerechnet wird, verändert den Betrag spürbar. Viele Betreiber sehen nie eine Redispatch-Entschädigung — schlicht, weil sie die Dateien nie anfordern.

Welche Dateien es gibt

MSCONS gibt es in mehreren Typen, jeder mit eigenem Prüfidentifikator. Die Seite ordnet sie nach einer Ampel — grün „zählt direkt zur Vergütung", blau/grau eher erklärend. Die wichtigsten:

Die Kernaussage: Bekommst du nur den Standard-Lastgang, fehlt die halbe Geschichte — Redispatch und §51 musst du separat einfordern.

Dateien anfordern & prüfen — in drei Schritten

Man muss kein Energie-Profi sein, um die eigene Abrechnung zu prüfen. Die Seite führt es in drei Schritten vor:

EDIFACT-Bausteine BGM, LOC, QTY, DTM und die drei Prüfpunkte Vollständigkeit, Dateiarten, §51-Logik, Plausibilität
Der Aufbau (EDIFACT: BGM/LOC/QTY/DTM) und die Prüf-Checkliste — Vollständigkeit der 96 Viertelstunden, Dateiarten, §51-Logik, Plausibilität.
  1. Anfordern — beim Netzbetreiber den Lastgang und vor allem die Redispatch-Dateien (kommen nicht automatisch), beim Direktvermarkter die §51-Einstufung je Stunde und die Preisquellen.
  2. Aufbau einordnen — die EDIFACT-Anker helfen: BGM (Nachrichtentyp/Prüf-Nummer), LOC (Lokation), QTY (die kWh-Werte je Viertelstunde), DTM (Zeitstempel).
  3. Prüfen — Vollständigkeit (alle 96 Viertelstunden je Tag, keine fehlenden Tage/Monate), Dateiarten (13025 allein ist unvollständig), §51-Logik (abgezogene Stunden gegen echte Negativpreis-Phasen und deine Schwelle) und Plausibilität (passt das Muster zur Erzeugung — PV tagsüber, Wind wetterabhängig).

Alle Themenseiten auf einen Blick

Warum das zählt

Deine Vergütung ist nur so korrekt wie die Dateien, aus denen sie berechnet wird. Wer die MSCONS-Dateien anfordert und liest, sieht schwarz auf weiß, ob die Menge stimmt, ob der §51-Abzug korrekt gerechnet ist und ob die Redispatch-Entschädigung überhaupt angekommen ist. Die Seite bietet dafür einen kostenlosen ersten Abrechnungs-Check an — die Dateien werden gegen die echten Marktpreise und die geltenden Regeln gespiegelt.

→ MSCONS-Wiki öffnen

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