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Negative Strompreise in Deutschland – warum der Strom manchmal weniger als nichts kostet

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Negative Strompreise in Deutschland – warum der Strom manchmal weniger als nichts kostet
Strommarkt & Tarife — Stromfee (KI-Bild)

Negative Strompreise bedeuten, dass an der Strombörse mehr Strom angeboten wird, als gerade gebraucht wird – und der Preis unter null rutscht. Hier erfährst du, wie das entsteht, wie oft es 2026 vorkommt und was es für deinen Geldbeutel heißt.

Was ein negativer Strompreis konkret ist

Ein negativer Strompreis heißt: Am Day-Ahead-Markt der Strombörse (EPEX Spot) zahlt nicht der Käufer, sondern der Erzeuger dafür, dass sein Strom abgenommen wird. Der Preis wird stündlich festgelegt und kann in Deutschland bis auf rund -500 €/MWh fallen. Das betrifft den Großhandelspreis – nicht automatisch das, was du zu Hause pro kWh zahlst.

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Warum das in Deutschland passiert

Negative Preise entstehen, wenn viel Wind- und Solarstrom ins Netz fließt und gleichzeitig wenig verbraucht wird – typisch mittags, an Wochenenden und Feiertagen. Wind- und PV-Anlagen laufen weiter, konventionelle Kraftwerke fahren nicht schnell genug runter, also übersteigt das Angebot die Nachfrage. Statt teuer abzuregeln, ist es dann günstiger, Strom mit negativem Preis loszuwerden.

Negative Strompreise in Deutschland – warum der Strom manchmal weniger als nichts kostet
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Wie oft 2026 – die aktuellen Zahlen

In unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung zählen wir für Deutschland 2026 bisher 401 Stunden mit negativem Day-Ahead-Preis, der tiefste Wert lag bei -500 €/MWh. Der Trend zeigt seit Jahren nach oben, weil der Anteil von Solar und Wind wächst. Diese Zahl ist ein Ist-Stand des laufenden Jahres, kein Prognose- oder Hochrechnungswert.

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Was das für dich als Verbraucher bedeutet

Mit einem klassischen Festpreistarif merkst du von negativen Stunden direkt nichts. Nur mit einem dynamischen Stromtarif, der an den Börsenpreis gekoppelt ist, kannst du profitieren: Verschiebst du Verbraucher wie Wärmepumpe, Wallbox oder Waschmaschine in solche Stunden, zahlst du sehr wenig – der reine Börsenanteil kann zeitweise sogar unter null liegen. Steuern, Netzentgelte und Abgaben bleiben aber bestehen.

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Solarspitzengesetz & § 51 EEG: Folgen für PV-Betreiber

Für geförderte PV-Neuanlagen, die nach Inkrafttreten des Solarspitzengesetzes (25. Februar 2025) in Betrieb gingen, wird in Stunden mit negativem Day-Ahead-Preis keine Marktprämie mehr gezahlt – und zwar unabhängig von der Dauer, also schon ab der ersten Negativstunde. Für Altanlagen gelten je nach Inbetriebnahme noch die früheren Regeln mit Mindestdauer. Die entfallenen Förderstunden werden am Ende der Förderdauer angehängt, du verlierst den Anspruch also nicht komplett, sondern zeitlich verschoben.

Was du als Anlagen- oder Speicherbetreiber tun kannst

Weil Einspeisen in Negativstunden keine Vergütung bringt, lohnt es sich, den PV-Strom dann selbst zu nutzen oder zwischenzuspeichern. Ein Batteriespeicher lädt in den günstigen bzw. negativen Stunden und entlädt, wenn die Preise wieder hoch sind (Arbitrage). Alternativ kann der Wechselrichter in Negativstunden gezielt abgeregelt werden. Ob sich ein Speicher rechnet, hängt von deiner Anlagengröße, deinem Lastprofil und der Zahl der Negativstunden ab.

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