Wie man Oberschwingungen im Stromnetz misst

Du möchtest wissen, wie man Oberschwingungen in einem elektrischen System präzise erfasst. In diesem Leitfaden erfährst du die notwendigen Messmethoden und die dafür eingesetzten Technologien.
Oberschwingungen sind harmonische Verzerrungen der idealen Sinusform einer elektrischen Spannung oder eines Stroms. Sie entstehen oft durch nichtlineare Lasten wie Frequenzumrichter, LED-Netzteile oder Gleichrichter und können die Netzqualität beeinträchtigen.

Um Oberschwingungen zu messen, benötigst du Geräte, die nicht nur den Effektivwert (RMS), sondern auch die Wellenform analysieren. Während einfache Zähler nur die Leistung erfassen, benötigen Experten für die Analyse von Oberschwingungen spezialisierte Power-Quality-Analysatoren.

Bei hohen Strömen ist der Einsatz von Rogowski-Spulen entscheidend. Diese ermöglichen eine hohe Messgenauigkeit und eine sichere Erfassung des Stroms, was besonders bei der Analyse komplexer Netzstrukturen und hoher Lasten wichtig ist.

Eine präzise Messung erfolgt durch die Überwachung der harmonischen Anteile (z.B. 3., 5., 7. Harmonische). Moderne Analysegeräte berechnen daraus den THD-Wert (Total Harmonic Distortion), um die Abweichung von der idealen Sinuswelle zu quantifizieren.

In Anlagen mit Wechselrichtern oder Biogasanlagen ist die Überwachung der Oberschwingungen essenziell, um Schäden an Komponenten zu vermeiden. Hier werden oft stationäre Messsysteme zur kontinuierlichen Überwachung eingesetzt.