Photovoltaik in der Hotellerie – lohnt sich das für dein Hotel?

Ja – in den meisten Fällen lohnt sich PV für Hotels, weil dein Stromverbrauch tagsüber hoch ist und genau dann die Sonne liefert. Entscheidend ist, wie viel du selbst verbrauchst statt einspeist.
Dein Vorteil liegt im Eigenverbrauch. Küche, Klimaanlage, Kühlung, Wellness, Pool und Beleuchtung ziehen tagsüber Strom – also genau dann, wenn deine Anlage produziert. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzbezug, und das ist deutlich mehr wert als die Einspeisevergütung. Je höher deine Eigenverbrauchsquote, desto schneller rechnet sich die Anlage.

Zieh dir zuerst deinen Lastgang beim Netzbetreiber (viertelstündliche Verbrauchswerte). Prüf dann deine Dach- oder Parkflächen auf Statik, Ausrichtung und Verschattung. Ein Fachplaner legt die Anlagengröße auf dein Verbrauchsprofil aus – nicht auf die maximale Dachfläche. Danach folgen Angebotsvergleich, Netzanschlussanfrage und Anmeldung im Marktstammdatenregister.

Verlege verschiebbare Lasten wie Wäscherei, Spülmaschinen oder Poolpumpen in die Mittagsstunden. Kombinier die PV mit einer Wärmepumpe für Warmwasser und Heizung – so machst du aus Solarstrom Wärme. Ladepunkte für Gäste-Fahrzeuge und ein Batteriespeicher für die Abendauslastung heben die Quote zusätzlich. Ziel ist, so wenig wie möglich einzuspeisen.

Dimensionier die Anlage an deinem Tagesverbrauch, nicht am Dach-Maximum – eine überdimensionierte Anlage speist viel günstig ein und amortisiert sich langsamer. Rechne mit deinem eigenen Strompreis pro Kilowattstunde als Maßstab: Jede vermiedene Netz-Kilowattstunde ist deine Rendite. Lass dir eine Wirtschaftlichkeitsrechnung mit deinem realen Lastgang erstellen, statt mit Pauschalwerten zu planen.

Ab einer bestimmten Anlagengröße greift die Direktvermarktungs-Pflicht: Größere Neuanlagen dürfen Überschussstrom nicht einfach fest vergütet einspeisen, sondern müssen über einen Direktvermarkter an der Börse verkauft werden. Zusätzlich können Regelungen zu negativen Strompreisen die Vergütung von Einspeisezeiten mindern. Lass die für deine Anlagengröße geltenden Fristen und Pflichten vor der Bestellung fachlich prüfen.
Häufige Fehler: Anlage nach Dachfläche statt Verbrauch geplant, Verschattung durch Nachbargebäude unterschätzt, Netzanschlusskapazität nicht früh geklärt. Auch der Netzanschlusspunkt selbst kann Erträge kosten – Fehlmessungen und falsche Abregelungen kommen vor. Prüf vor Vertragsschluss, ob die geplante Einspeiseleistung überhaupt genehmigt wird.