☎ +49 5223 4921030 ✉ hr@stromfee.ai
HomeBlog

Was ist positive Regelenergie?

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Was ist positive Regelenergie?
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)

Positive Regelenergie ist Leistung, die zusätzlich ins Netz eingespeist (oder als Verbrauch abgeschaltet) wird, wenn im Stromnetz zu wenig Strom da ist. Der Übertragungsnetzbetreiber ruft sie ab, damit die Netzfrequenz bei 50 Hertz bleibt.

Die kurze Antwort

Positiv = das Netz braucht mehr Strom. Du lieferst also entweder mehr Erzeugung (BHKW hochfahren, Batterie entladen) oder du nimmst weniger ab (Verbraucher abschalten). Beides wirkt aus Sicht des Netzes gleich: die Erzeugungslücke wird geschlossen. Das Gegenstück ist negative Regelenergie — da ist zu viel Strom im Netz, du fährst runter oder verbrauchst mehr.

Was ist positive Regelenergie?
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
Wann wird sie abgerufen?

Immer dann, wenn die tatsächliche Einspeisung unter dem Fahrplan liegt: Wind flaut unerwartet ab, Nebel drückt die PV-Erzeugung, ein Kraftwerk fällt aus, oder die Last ist höher als prognostiziert. Der Bilanzkreis kippt ins Minus, der ÜNB setzt Regelenergie ein und stellt die Kosten anschließend über den Ausgleichsenergiepreis (reBAP) dem verursachenden Bilanzkreis in Rechnung.

Was ist positive Regelenergie?
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
Die drei Produkte: FCR, aFRR, mFRR

Regelleistung ist in drei Stufen gestaffelt, die zeitlich nacheinander greifen. Die Primärregelleistung (FCR) reagiert innerhalb von Sekunden und wirkt symmetrisch — also positiv und negativ zugleich. Die Sekundärregelleistung (aFRR) wird automatisch vom ÜNB angesteuert und übernimmt danach. Die Minutenreserve (mFRR) wird manuell angefordert und löst die aFRR ab, damit die schnellen Reserven wieder frei werden. Positive und negative Produkte werden bei aFRR und mFRR getrennt ausgeschrieben und getrennt vergütet.

Was ist positive Regelenergie?
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
Wer darf liefern und was bringt es?

Anbieten darf, wer präqualifiziert ist — der ÜNB prüft dafür Messtechnik, Fernwirkanbindung und die Fähigkeit, die zugesagte Leistung sicher zu erbringen. Klassisch waren das Kraftwerke, heute liefern zunehmend Batteriespeicher, BHKW, Biogasanlagen, Notstromaggregate und flexible Industrielasten — kleine Einheiten meist gebündelt über einen Aggregator im virtuellen Kraftwerk. Vergütet wird zweigeteilt: ein Leistungspreis für das Bereithalten und ein Arbeitspreis für die tatsächlich abgerufenen Megawattstunden.

Was ist positive Regelenergie?
Monitoring & Netzanalyse — Stromfee (KI-Bild)
Warum die Preise so wild schwanken

Regelenergie ist knapp genau dann, wenn das ganze System unter Druck steht — deshalb sind Preisausschläge extrem. Am 3. Juni 2024 stieg der Ausgleichsenergiepreis auf rund 15.000 €/MWh, ausgelöst durch unerwartete Nebelbildung, hohe Last und einen Kraftwerksausfall. In die andere Richtung wurde ein Negativrekord von −5.734 €/MWh dokumentiert. Für dich heißt das: Wer positive Leistung genau in solchen Stunden bereitstellen kann, verdient dort das meiste Geld — planbar ist das aber nicht.

Was du als Anlagenbetreiber prüfen solltest

Erstens: Kann deine Anlage die Leistung innerhalb der geforderten Zeit erbringen und über die volle Produktdauer halten? Zweitens: Ist die Messtechnik viertelstundenscharf und fernauslesbar? Drittens: Kollidiert die Vermarktung mit bestehenden Verträgen — etwa EEG-Vergütung, Direktvermarktung oder Eigenverbrauchsoptimierung? Und viertens: Rechnet sich der Aufwand gegenüber der Alternative, dieselbe Flexibilität am Spotmarkt zu vermarkten? Diese Rechnung gehört vor die Präqualifikation, nicht danach.

🎬 Der Energie-Zähler
Aktuell dazu
Dazu von Stromfee
Charge DirectorArbitrage & WirtschaftlichkeitBESS EngineerAuslegung

Was bringt dir ein Batteriespeicher?

BESS-System ansehen →
🌐 Stromfee in your language: English · Deutsch · Español · Français · Português · العربية · 日本語 · 中文 · 한국어 · हिन्दी · Bahasa