Speicher-Arbitrage: Strom günstig einkaufen, teuer verwerten

Speicher-Arbitrage heißt: Du lädst deinen Batteriespeicher, wenn Strom billig ist, und entlädst ihn, wenn er teuer ist. Die Differenz zwischen beiden Preisen (der Spread) ist dein Erlös – abzüglich Verlusten und Verschleiß.
Du kaufst Energie in einer Niedrigpreis-Phase (z. B. mittags bei viel Solar oder nachts) und gibst sie in einer Hochpreis-Phase wieder ab. Ohne Speicher geht das nicht – der Akku ist dein Zwischenlager, mit dem du Preisstunden gegeneinander tauschst.

Es hängt vom Spread ab. Dein Erlös pro Zyklus ist ungefähr: Verkaufspreis minus Einkaufspreis, minus Round-Trip-Verluste (Laden + Entladen kosten Wirkungsgrad), minus anteilige Batteriealterung. Ist der tägliche Spread klein, frisst allein der Verschleiß die Marge. Große, verlässliche Spreads sind die Voraussetzung – nicht der Ausnahmefall an einem einzelnen Volatilitäts-Tag.

Am Day-Ahead- und Intraday-Markt schwanken die Strompreise stündlich. Viel Wind und Sonne drücken die Preise (teils bis in den negativen Bereich), Nachfragespitzen ohne Erzeugung treiben sie hoch. Je volatiler dein Markt, desto größer der mögliche Spread – aber die Volatilität ist täglich unterschiedlich, plane nie mit dem Höchstwert.

Ein Batteriespeicher kann mehr als nur Arbitrage. In der Praxis kombinierst du mehrere Erlösquellen: Eigenverbrauch (Solarstrom selbst nutzen), Arbitrage (günstig laden, teuer nutzen), Peak-Shaving (Lastspitzen kappen und Netzentgelte senken) und ggf. Regelleistung. Diese Multi-Use-Strategie hebt deinen ROI deutlich über das, was reine Arbitrage schafft.

Grobe Orientierung: Haushalte liegen bei 5–15 kWh (Eigenverbrauch, Notstrom), Gewerbe bei 50–500 kWh (Peak-Shaving, Arbitrage). Für Arbitrage zählt weniger die reine kWh-Zahl als das Verhältnis aus Kapazität, Zyklenfestigkeit und den Spreads deines Marktes – erst daraus ergibt sich, wie viele profitable Lade-Entlade-Zyklen pro Jahr realistisch sind.
Prüfe drei Dinge: 1) Wie hoch waren die realen täglichen Preisspreads in deinem Markt über ein volles Jahr (nicht nur an Spitzentagen)? 2) Welchen Round-Trip-Wirkungsgrad und welche Zyklenlebensdauer hat der Speicher? 3) Lässt sich Arbitrage mit Eigenverbrauch und Peak-Shaving stapeln? Erst wenn diese Zahlen zusammen eine positive Marge ergeben, trägt sich der Case.