Stromverbrauch einer Wärmepumpe – wie viel ist das?

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe hängt von deinem Wärmebedarf und der Effizienz der Anlage (JAZ) ab. Mit einer einfachen Formel schätzt du ihn selbst ab – hier bekommst du sie direkt.
Der jährliche Stromverbrauch deiner Wärmepumpe berechnet sich so: Stromverbrauch (kWh) = jährlicher Wärmebedarf (kWh) ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ). Die JAZ sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage über ein Jahr gemittelt aus einer Kilowattstunde Strom macht. Eine JAZ von 4 heißt: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Je höher die JAZ, desto weniger Strom brauchst du für dieselbe Wärme.

Angenommen, dein Haus braucht 20.000 kWh Wärme im Jahr (Heizung + Warmwasser) und deine Wärmepumpe erreicht eine JAZ von 4. Dann gilt: 20.000 ÷ 4 = 5.000 kWh Strom pro Jahr. Liegt die JAZ nur bei 3 (alte Heizkörper, hohe Vorlauftemperatur), sind es 20.000 ÷ 3 ≈ 6.667 kWh. Schaffst du eine JAZ von 5 (Fußbodenheizung, gut gedämmtes Haus), reichen 4.000 kWh. Setz einfach deinen eigenen Wärmebedarf und deine JAZ ein – das sind Beispielwerte, keine Festwerte für dein Gebäude.

Den Wärmebedarf liest du am besten aus deiner alten Heizkostenabrechnung ab. Bei Gas nimmst du die kWh direkt von der Rechnung und ziehst grob 10–15 % Kesselverlust ab; bei Öl rechnest du Liter × Heizwert. Im Neubau nimmst du den Wert aus dem Energieausweis (kWh pro m² × Wohnfläche). Diesen Wärmebedarf teilst du dann durch deine erwartete JAZ.

Die größten Hebel: hohe Vorlauftemperatur (alte, kleine Heizkörper statt Flächenheizung), schlechte Dämmung, viel Warmwasser und niedrige Außentemperaturen im Winter. Je größer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle (Luft, Erdreich, Wasser) und benötigter Heiztemperatur, desto mehr Strom braucht die Pumpe. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen erreichen deshalb oft höhere JAZ-Werte als Luft-Wärmepumpen.

Die Kosten ergeben sich aus Stromverbrauch × Strompreis. Viele Netzbetreiber bieten für steuerbare Wärmepumpen einen günstigeren Tarif an – im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Anlage nach §14a EnWG zeitweise dimmen. Weitere Hebel: eigener PV-Strom, ein Pufferspeicher, der Wärme in günstige Zeitfenster verschiebt, und eine sauber eingestellte Heizkurve. Wer flexibel steuern kann, nutzt günstige oder sogar negative Strompreise – die es laut unserer ENTSO-E-Auswertung inzwischen regelmäßig gibt (Methodik: https://stromfee.ai/techblog/entsoe-negativstunden-2026.html).
Die Formel liefert eine Abschätzung – den echten Verbrauch kennst du erst mit einem eigenen Zähler. Ein separater Stromzähler (für den Wärmepumpentarif oft ohnehin vorhanden) oder ein digitales Messkonzept zeigt dir Monat für Monat, wie viel Strom die Anlage wirklich zieht und ob deine JAZ zur Planung passt. So erkennst du früh, wenn Vorlauftemperatur oder Einstellungen den Verbrauch unnötig hochtreiben.
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