WAGO Steuerung – was das ist und wie du sie einsetzt

Eine WAGO Steuerung ist eine frei programmierbare SPS (speicherprogrammierbare Steuerung) aus dem modularen WAGO I/O-System. Herzstück ist ein Controller wie der PFC100 oder PFC200, an den du reihenweise Ein-/Ausgangsklemmen steckst und den du selbst programmierst.
Es ist ein Baukasten aus einem Controller (Kopfmodul) und aufgereihten Klemmenmodulen auf der Hutschiene. Der Controller enthält den Prozessor und die Feldbus-Schnittstellen, die Klemmen lesen Sensoren (digital/analog) und schalten Aktoren. Du legst per Programm fest, was bei welchem Signal passiert – daher frei programmierbar, im Gegensatz zu einem festverdrahteten Relais-Schaltschrank.

Die gängigsten sind PFC100 (750-81xx, Einstieg, Ethernet/Modbus) und PFC200 (750-82xx, mehr Rechenleistung, mehrere Schnittstellen, optional Mobilfunk/CAN). Dazu die Touch Panels e!DISPLAY und die Compact Controller. Für die Auswahl zählen: Anzahl der benötigten Klemmen, gewünschter Feldbus und ob du Webvisualisierung oder Cloud-Anbindung brauchst.

Über die kostenlose Software e!COCKPIT (auf CODESYS 3 basierend) oder direkt in CODESYS. Du programmierst nach IEC 61131-3 in Strukturiertem Text (ST), Funktionsplan (FUP), Kontaktplan (KOP) oder Ablaufsprache (AS). Neuere Firmware erlaubt auf dem Linux-Betriebssystem des PFC200 auch Docker-Container sowie C/C++ oder Python.

Je nach Modell: Modbus TCP und Modbus RTU (RS485), PROFINET, EtherCAT, EtherNet/IP, CANopen, BACnet sowie KNX für die Gebäudetechnik. Über die offene Modbus-Schnittstelle lässt sich eine WAGO-SPS gut an Fremdsysteme, Wechselrichter, Zähler oder ein übergeordnetes Energiemonitoring anbinden.

Maschinen- und Anlagensteuerung, Gebäudeautomation (Heizung, Lüftung, Licht), Wasser-/Abwassertechnik und zunehmend Energiemanagement – etwa das Erfassen von Messwerten und das Steuern von Verbrauchern oder Erzeugern. Weil sie robust, modular und offen über Modbus ist, eignet sie sich gut als Edge-Steuerung an einem BHKW, Trafo oder einer PV-Anlage.
Einen Controller (z. B. PFC200), passende I/O-Klemmen für deine Signale, eine Endklemme, 24-V-Versorgung und ein Netzwerkkabel. Software e!COCKPIT herunterladen, den Controller per Ethernet verbinden, IP-Adresse einstellen und das erste Programm aufspielen. Für den Einstieg bietet WAGO Starter-Kits und ausführliche Application Notes.
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