Was ist Biogas?

Biogas ist ein brennbares Gas, das entsteht, wenn Mikroorganismen organisches Material ohne Sauerstoff abbauen. Du bekommst daraus Strom, Wärme oder – aufbereitet – ein Erdgas-Ersatzgas.
Biogas ist ein Gasgemisch, das bei der anaeroben (sauerstofffreien) Vergärung von organischem Material entsteht. Der wichtigste und energetisch nutzbare Bestandteil ist Methan (CH₄) – dieselbe Verbindung, die auch Erdgas brennbar macht. Der Rest ist überwiegend Kohlendioxid (CO₂) plus Spuren anderer Gase.

Als Substrat dienst dir organische Stoffe wie Gülle und Mist aus der Landwirtschaft, Energiepflanzen (z. B. Mais- oder Grassilage), Bioabfälle und Reststoffe aus der Lebensmittelverarbeitung. Diese Materialien kommen in einen luftdichten Fermenter, wo Bakterien sie über Tage bis Wochen zersetzen.

Im Fermenter zersetzen verschiedene Bakteriengruppen das Material in mehreren Stufen – am Ende bilden Methanbakterien das Methan. Das Gas sammelt sich oben unter der Kuppel und wird von dort abgezogen. Der übrig bleibende Gärrest lässt sich als Dünger auf den Feldern verwerten.

Am häufigsten wird Biogas direkt vor Ort in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verbrannt. Dabei entstehen gleichzeitig Strom und Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung). Alternativ kannst du das Gas zu Biomethan aufbereiten – dann hat es Erdgas-Qualität und lässt sich ins Gasnetz einspeisen oder als Kraftstoff tanken.

Der brennbare Teil ist bei beiden Methan. Der Unterschied liegt in der Herkunft: Erdgas ist ein fossiler Rohstoff, Biogas entsteht laufend aus nachwachsenden Reststoffen. Rohes Biogas enthält außerdem mehr CO₂ und Begleitstoffe – deshalb muss es für die Netzeinspeisung erst gereinigt und auf Erdgas-Qualität gebracht werden.
Anders als Sonne und Wind ist Biogas speicherbar: Das Gas oder das Substrat lässt sich vorhalten und das BHKW gezielt dann laufen lassen, wenn Strom gebraucht wird. In Kombination mit einem Batteriespeicher kannst du diese Flexibilität noch weiter ausreizen und Erzeugung und Bedarf entkoppeln.