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Scheinleistung: Definition und einfache Erklärung

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Scheinleistung: Definition und einfache Erklärung
Technik & Blindleistung — Stromfee (KI-Bild)

Die Scheinleistung S ist die Leistung, die dein Netz tatsächlich transportieren muss — die geometrische Summe aus Wirkleistung P und Blindleistung Q. Sie wird in Voltampere (VA) angegeben und berechnet sich einphasig aus S = U · I.

Die Definition in einem Satz

Scheinleistung ist das Produkt aus Spannung und Strom, ohne Rücksicht auf die Phasenverschiebung: S = U · I. Sie sagt dir, wie stark Kabel, Trafo und Sicherung belastet werden — unabhängig davon, wie viel davon am Ende in Arbeit umgesetzt wird. Die Einheit ist Voltampere (VA), bewusst nicht Watt, damit du sie nicht mit der Wirkleistung verwechselst.

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So rechnest du sie aus

Einphasig gilt S = U · I. Im Drehstromnetz kommt der Faktor √3 dazu: S = √3 · U · I. Kennst du Wirk- und Blindleistung, nutzt du das Leistungsdreieck: S = √(P² + Q²). Beispiel: 8 kW Wirkleistung und 6 kvar Blindleistung ergeben S = √(8² + 6²) = 10 kVA — dein Netz schleppt also 10 kVA, obwohl nur 8 kW nutzbar ankommen.

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Scheinleistung, Wirkleistung, Blindleistung — der Unterschied

Wirkleistung P (in Watt) ist der Teil, der wirklich arbeitet: Wärme, Licht, Drehmoment. Blindleistung Q (in var) pendelt zwischen Erzeuger und Verbraucher hin und her, baut Magnetfelder in Motoren und Trafos auf und wieder ab — sie leistet keine Arbeit, belastet die Leitung aber trotzdem. Die Scheinleistung S ist die Summe beider Anteile, allerdings geometrisch addiert (S² = P² + Q²), nicht einfach zusammengezählt.

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Der Leistungsfaktor cos φ verrät dir die Qualität

Teile Wirkleistung durch Scheinleistung, und du hast den Leistungsfaktor: cos φ = P / S. Bei cos φ = 1 ist jedes Voltampere nutzbare Arbeit. Bei cos φ = 0,7 fließt fast so viel Blind- wie Wirkleistung — du transportierst also deutlich mehr, als du verwertest. Je näher cos φ an 1 liegt, desto sauberer nutzt du deinen Anschluss.

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Warum Trafos in kVA angegeben werden

Ein Transformator, Generator oder Kabel muss den gesamten Strom führen — auch den Blindanteil. Deshalb steht auf dem Typenschild kVA und nicht kW: Der Hersteller weiß nicht, mit welchem cos φ du fährst. Ein 100-kVA-Trafo liefert bei cos φ = 0,8 nur 80 kW nutzbare Leistung. Schlechter cos φ heißt also: größerer Anschluss, dickere Kabel, mehr Verluste im Netz.

Was du daraus praktisch mitnimmst

Miss oder lies deinen cos φ am Zähler oder Netzanalysator ab. Liegt er dauerhaft unter etwa 0,9, hast du spürbar Blindleistung im System — typischerweise durch Motoren, Pumpen, Kompressoren oder Trafos im Leerlauf. Eine Blindleistungskompensation (Kondensatoren oder passend geregelte Wechselrichter) drückt Q nach unten, senkt damit S bei gleicher Wirkleistung und schafft Luft auf deinem Anschluss.

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