Was kommt in eine Biogasanlage?

In eine Biogasanlage kommen vergärbare, organische Stoffe – vor allem Gülle und Mist aus der Tierhaltung, nachwachsende Rohstoffe wie Mais- und Grassilage sowie Bio- und Reststoffe. Diese Substrate werden im luftdichten Fermenter von Bakterien zu Biogas abgebaut.
1) Wirtschaftsdünger: Rinder- und Schweinegülle, Festmist, Geflügelkot. 2) Nachwachsende Rohstoffe (NawaRo): Maissilage, Grassilage, Ganzpflanzensilage (GPS) aus Getreide, Zuckerrübe. 3) Bio- und Reststoffe: Bioabfall, Speisereste, Lebensmittel- und Ernterückstände, Fette. Alles muss vergärbar und frei von Störstoffen sein.

Gülle und Mist sind meist ohnehin auf dem Hof vorhanden, kostengünstig und liefern die Bakterien gleich mit. Sie erzeugen pro Tonne weniger Gas als Silage, sorgen aber für einen stabilen, gleichmäßigen Prozess. Deshalb bilden sie in vielen landwirtschaftlichen Anlagen den Grundstock, der mit energiereicheren Substraten ergänzt wird.

Maissilage ist das ertragsstärkste Standardsubstrat, wird aber oft mit Gras-, Getreide-Ganzpflanzen- oder Rübensilage kombiniert, um Fruchtfolge und Kosten auszugleichen. Je höher der Gehalt an leicht abbaubaren Kohlenhydraten, Fetten und Zucker, desto mehr Methan entsteht – Fette und Speisereste liefern besonders viel Gas.

Nicht in den Fermenter dürfen: Holz und stark verholzte (ligninreiche) Stoffe, Sand, Steine, Metall, Plastik, Glas und andere Störstoffe. Auch Desinfektions- und Reinigungsmittel oder Antibiotika-Reste können die Bakterien schädigen und den Gärprozess zum Erliegen bringen. Speisereste und tierische Nebenprodukte unterliegen zudem Hygiene-Vorgaben.

Die Substrate werden luftdicht im Fermenter bei rund 38–42 °C (mesophil) oder ~50–55 °C (thermophil) über mehrere Wochen vergoren. Bakterien zersetzen die Biomasse ohne Sauerstoff zu Biogas – überwiegend Methan (CH₄) und CO₂. Übrig bleibt der Gärrest, ein hochwertiger Dünger, der zurück auf die Felder kommt.
Der Ertrag steht und fällt mit dem richtigen Verhältnis von leicht und schwer abbaubaren Stoffen sowie einer konstanten Fütterung. Ein ausgewogener Mix hält den pH-Wert stabil und vermeidet Übersäuerung. Wer den Gasertrag und die Anlagenauslastung im Blick behalten will, profitiert von einem laufenden Energiemonitoring.
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