Was kostet eine Biogasanlage mit 500 kW?

Als grobe Orientierung liegt eine schlüsselfertige 500-kW-Biogasanlage je nach Technik und Substrat meist im Bereich von rund 2 bis 4 Mio. Euro. Ein pauschaler Festpreis ist unseriös – der Betrag hängt stark von Fermenter-Bauweise, Gasaufbereitung, Wärmenutzung und Substratlogistik ab.
Für eine komplette 500-kW-Anlage (500 kW elektrische Leistung, kW_el) solltest du je nach Ausführung ungefähr 2 bis 4 Mio. Euro einplanen – das sind rund 4.000 bis 8.000 Euro pro kW_el. Kleinere Leistungen liegen pro kW meist höher, größere günstiger. Diese Werte sind Richtwerte aus dem Anlagenbau, kein Angebot: Nur eine standortbezogene Planung liefert einen belastbaren Preis.

Die größten Posten sind: Fermenter und Nachgärer inklusive Rührtechnik, das BHKW (Blockheizkraftwerk, das aus Biogas Strom und Wärme macht, grob 500–900 Euro/kW), Gasspeicher und Gasaufbereitung, Substratlager und Zuführtechnik sowie Elektro-, Mess- und Steuerungstechnik. Dazu kommen Bau, Genehmigung, Netzanschluss und Planung. Je nach Zahl und Größe dieser Komponenten verschiebt sich die Gesamtsumme deutlich.

Der Kaufpreis ist nur die halbe Rechnung. Größter Betriebskostenblock ist das Substrat (z. B. Maissilage, Gülle, Bioabfall) – bei nachwachsenden Rohstoffen oft der teuerste Faktor über die Laufzeit. Dazu kommen Wartung des BHKW (u. a. regelmäßiger Ölwechsel und Generalüberholung nach vielen Betriebsstunden), Personal, Versicherung, Reparaturen und Rücklagen. Rechne die Anlage immer über die gesamte Nutzungsdauer, nicht nur über den Anschaffungspreis.

Teurer wird es durch aufwendige Gasaufbereitung (Einspeisung ins Erdgasnetz statt Verstromung), Abdeckungen für Emissionsschutz, schwierige Baugründe oder lange Netzanschlusswege. Günstiger wird es, wenn du bestehende Bausubstanz nutzt, Gülle vom eigenen Hof einsetzt und die Abwärme sinnvoll verwertest. Die Wärmenutzung entscheidet oft, ob sich die Anlage überhaupt rechnet.

Verlange von Anlagenbauern ein standortbezogenes Angebot mit Aufschlüsselung der Einzelposten und trenne Investitions- von Betriebskosten. Lass dir eine Wirtschaftlichkeitsrechnung über die volle Laufzeit zeigen – inklusive Substratkosten, Wartung und angenommenen Stromerlösen. Erst diese Vollrechnung zeigt, ob eine 500-kW-Anlage an deinem Standort trägt.
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