Was macht eine Biogasanlage?

Eine Biogasanlage wandelt organisches Material wie Gülle, Mist, Speisereste oder Energiepflanzen in Biogas um und erzeugt daraus Strom und Wärme. Übrig bleibt ein wertvoller Dünger, der zurück aufs Feld kommt.
Du fütterst die Anlage mit organischem Material. Im luftdichten Fermenter zersetzen Bakterien dieses Material ohne Sauerstoff und produzieren dabei Biogas. Dieses Gas verbrennst du in einem Blockheizkraftwerk (BHKW), das gleichzeitig Strom und Wärme liefert.

1. Substrat (Gülle, Mist, Mais, Bioabfall) kommt in den Fermenter. 2. Bei rund 40 °C vergären Mikroorganismen es über mehrere Wochen. 3. Es entsteht Biogas – überwiegend Methan (CH₄) und CO₂. 4. Das BHKW verbrennt das Methan und erzeugt Strom und Wärme. 5. Der Gärrest wird als Dünger auf die Felder ausgebracht.

Drei Produkte: Strom, den du ins Netz einspeist oder selbst nutzt; Wärme für Ställe, Trocknung oder ein Nahwärmenetz; und Gärrest als geruchsärmeren, nährstoffreichen Dünger. Eine typische Hof-Anlage liefert dabei oft im Bereich von etwa 50 bis 500 kW elektrischer Leistung, je nach Größe.

Du machst aus Reststoffen, die du sonst entsorgen müsstest, planbare Energie. Anders als Sonne und Wind läuft eine Biogasanlage rund um die Uhr und ist steuerbar – du kannst gezielt dann Strom erzeugen, wenn er gebraucht wird oder die Börsenpreise hoch sind.

Eine Biogasanlage ist kein simples Kraftwerk, sondern ein lebendes System aus Biologie, Chemie und Energiemarkt. Wer nur „Gas auf, BHKW an“ fährt, verschenkt Geld. Mit einem Speicher (BESS) und einer datenbasierten Fahrweise erzeugst du Strom bevorzugt in teuren Marktphasen und hältst die Biologie stabil.
Du brauchst eine kontinuierliche Substrat-Zufuhr, einen dichten Fermenter mit Rührwerk und Heizung, ein Gaslager, ein BHKW sowie eine Steuerung. Wichtig ist eine stabile Fütterung: Schwankt das Substrat stark, kippt die Biologie und die Gasausbeute bricht ein.