Was passiert in einer Biogasanlage?

In einer Biogasanlage zersetzen Bakterien organisches Material unter Luftabschluss und erzeugen dabei Biogas. Dieses Gas verbrennst du in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) zu Strom und Wärme.
Das Herzstück ist der Fermenter – ein luftdichter, beheizter Behälter. Darin baust du keine Mechanik, sondern lässt Mikroorganismen arbeiten: Sie zersetzen die Biomasse anaerob, also ohne Sauerstoff. Dabei entsteht das brennbare Biogas. Der Fermenter wird meist auf rund 38–42 °C gehalten, weil die Bakterien bei dieser Temperatur am aktivsten sind.

Als Input dienen dir organische Stoffe: Gülle und Mist aus der Tierhaltung, Energiepflanzen wie Mais oder Gras, sowie Bio- und Speiseabfälle. Diese Substrate füllst du regelmäßig in den Fermenter. Wichtig ist eine gleichmäßige Beschickung und Durchmischung, damit die Bakterien konstant Nahrung haben und der Gasertrag stabil bleibt.

Der biologische Abbau läuft in vier Schritten ab: 1. Hydrolyse – komplexe Stoffe werden in kleinere zerlegt. 2. Acidogenese (Versäuerung) – es entstehen organische Säuren. 3. Acetogenese – daraus wird Essigsäure. 4. Methanogenese – hier bilden Methanbakterien das eigentliche Methan. Erst am Ende dieser Kette steht das energiereiche Gas.

Das Rohbiogas besteht überwiegend aus Methan (CH₄) und Kohlendioxid (CO₂). Der Methananteil liegt je nach Substrat und Anlage typischerweise bei etwa 50–75 % – und genau dieses Methan ist der brennbare, energietragende Teil. Dazu kommen kleine Mengen anderer Gase wie Schwefelwasserstoff, die vor der Nutzung entfernt werden, um Motor und Technik zu schonen.

Das gereinigte Biogas leitest du in ein Blockheizkraftwerk. Dort treibt es einen Motor an, der über einen Generator Strom erzeugt – die Abwärme des Motors nutzt du zusätzlich zum Heizen (Kraft-Wärme-Kopplung). Alternativ kannst du das Gas auf Erdgasqualität aufbereiten und ins Gasnetz einspeisen.
Nach der Vergärung bleibt der sogenannte Gärrest zurück. Diesen musst du nicht entsorgen: Er ist ein hochwertiger, nährstoffreicher Dünger und geht zurück auf die Felder. So schließt sich der Kreislauf – aus Reststoffen wird Energie und wertvoller Dünger zugleich.