Welcher Stromtarif passt zu deiner PV-Anlage?

Auch mit PV-Anlage beziehst du an trüben Tagen und nachts Strom aus dem Netz – für diesen Reststrom brauchst du einen Tarif. Welcher der günstigste ist, hängt davon ab, wie viel du selbst verbrauchst, ob du einen Speicher hast und wann du Strom brauchst.
Für die meisten PV-Haushalte ohne große Zusatzverbraucher reicht ein günstiger Standard-Tarif mit fester Arbeitspreis-kWh und kurzer Laufzeit. Hast du einen Speicher, ein E-Auto oder eine Wärmepumpe und kannst Verbrauch zeitlich verschieben, kann ein dynamischer Tarif billiger sein. Wichtig ist immer: kurze Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist, weil sich dein Reststrombedarf mit der Anlage ändert.

1. Schätze deinen Reststrombezug (Jahresverbrauch minus Eigenverbrauch aus der PV). 2. Prüfe, ob du Verbrauch in günstige Zeiten verschieben kannst (Speicher, Auto, Wärmepumpe). 3. Vergleiche den Arbeitspreis pro kWh und den Grundpreis – nicht nur den Bonus im ersten Jahr. 4. Achte auf max. 12 Monate Laufzeit und 1 Monat Kündigungsfrist, damit du flexibel bleibst.

Ein klassischer Tarif hat einen festen Preis pro kWh – planbar, gut wenn du deinen Verbrauch nicht steuern kannst. Ein dynamischer Tarif orientiert sich stündlich am Börsenpreis: nachts und mittags oft billig, abends teurer. Er lohnt sich, wenn du Speicher oder Wallbox gezielt in günstigen Stunden lädst. Seit 2025 muss jeder Stromanbieter mit über 100.000 Kunden einen dynamischen Tarif anbieten (§41a EnWG).

Der Tarif, den du hier suchst, betrifft nur den Strom, den du einkaufst. Für den überschüssigen Strom, den du ins Netz einspeist, bekommst du separat die EEG-Einspeisevergütung von deinem Netzbetreiber – dafür brauchst du keinen speziellen Stromtarif. Bezugstarif und Einspeisung laufen getrennt und können bei unterschiedlichen Firmen liegen.

Einige Anbieter werben mit „PV-Tarifen“ oder Kombi-Angeboten inklusive Speicher-Steuerung. Rechne hier genau nach: Oft ist ein simpler günstiger Grundversorgungs-Wechsel billiger als ein Bundle. Einen separaten Wärmepumpen-Tarif (mit reduziertem Netzentgelt nach §14a EnWG) solltest du prüfen, wenn deine Wärmepumpe über einen eigenen, steuerbaren Zähler läuft.
Locke dich nicht nur vom Neukundenbonus im ersten Jahr leiten – schau auf den Preis ab Jahr zwei. Vermeide lange Laufzeiten und Vorkasse. Und schätze deinen Reststrombezug realistisch: Wer nach dem Kauf einer Anlage plötzlich viel weniger Netzstrom braucht, sollte den alten, oft überteuerten Grundversorgungstarif zügig wechseln.