Wie funktioniert eine Biogasanlage?

Eine Biogasanlage wandelt organische Stoffe wie Gülle, Mist oder Pflanzenreste in Gas um und macht daraus Strom und Wärme. Hier bekommst du die Funktionsweise Schritt für Schritt erklärt.
1. Du füllst organisches Material (Substrat) in den Fermenter. 2. Ohne Sauerstoff zersetzen Bakterien das Material und es entsteht Biogas – hauptsächlich Methan. 3. Das Gas treibt in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) einen Motor mit Generator an. 4. Der Generator erzeugt Strom, die Motorabwärme liefert Nutzwärme. Übrig bleibt Gärrest, den du als Dünger auf die Felder bringst.

Als Substrat dienst dir landwirtschaftliche Reststoffe wie Rindergülle, Festmist und Pflanzensilage (z. B. Mais oder Gras), außerdem Bioabfälle aus Küche und Lebensmittelindustrie. Wichtig ist eine gleichmäßige, gut durchmischte Beschickung – nur so arbeiten die Bakterien stabil und die Gasausbeute bleibt konstant.

Im luftdicht geschlossenen Fermenter herrscht Sauerstoffmangel. Verschiedene Bakteriengruppen bauen das Material in Stufen ab, bis am Ende Methan entsteht. Damit das läuft, hältst du die Temperatur konstant (meist rund 40 °C im mesophilen Betrieb) und rührst regelmäßig um. Eine Biogasanlage ist deshalb weniger ein Kraftwerk als ein lebender Bioreaktor, den du pflegen musst.

Das gesammelte Biogas leitest du ins Blockheizkraftwerk. Dort verbrennt ein Gasmotor das Gas und treibt einen Generator an – so entsteht der Strom, den du ins Netz einspeist. Die Abwärme des Motors nutzt du zum Heizen von Ställen, Gebäuden oder zur Beheizung des Fermenters selbst. Diese gleichzeitige Nutzung von Strom und Wärme nennt man Kraft-Wärme-Kopplung.

Nach der Vergärung bleibt der Gärrest übrig. Er ist nährstoffreich und geruchsärmer als frische Gülle, deshalb bringst du ihn als hochwertigen Dünger zurück aufs Feld. So schließt sich der Kreislauf: Aus Abfall wird Energie und am Ende wieder Nährstoff für den Boden.
Eine Biogasanlage kann Gas speichern und ihre Stromproduktion steuern. Statt rund um die Uhr gleich viel zu erzeugen, fährst du das BHKW dann hoch, wenn Strom am Markt am meisten wert ist. Wer nur „Gas auf, BHKW an“ macht, verschenkt Erlöse – ein intelligenter, marktorientierter Fahrplan holt aus derselben Anlage mehr heraus.