Drohne und Photovoltaik: Wofür brauchst du das?

Eine Drohne inspiziert deine PV-Anlage per Wärmebild- und Foto-Kamera und findet Defekte, die vom Boden aus unsichtbar bleiben. Du sparst dir das Abgehen jedes Moduls und bekommst in kurzer Zeit eine Karte aller Auffälligkeiten.
Die Drohne fliegt deine Module systematisch ab und nimmt zwei Bildarten auf: ein Thermografie-Bild (Infrarot) zeigt Temperaturunterschiede, ein normales Foto zeigt sichtbare Schäden. Warme Stellen – sogenannte Hotspots – verraten defekte Zellen, unterbrochene Verbindungen oder ausgelöste Bypass-Dioden. So findest du Fehler in Minuten statt Stunden, besonders auf großen Dächern und Freiflächen.

Typisch sichtbar werden: einzelne heiße Zellen (Zellbruch, Mikrorisse), ganze warme Modulteile (Bypass-Diode defekt oder Strang unterbrochen), großflächige Erwärmung durch PID (potenzialinduzierte Degradation) sowie Verschmutzung, Verschattung und mechanische Brüche. Ein kalter, komplett dunkler Strang im Wärmebild deutet dagegen auf einen abgeschalteten oder abgeklemmten Bereich hin.

Für aussagekräftige Thermografie brauchst du hohe Sonneneinstrahlung, damit die Module unter Last stehen und Defekte sich thermisch abzeichnen. Faustwert der Fachnormen: möglichst über 600 W/m² Einstrahlung, klarer Himmel, wenig Wind. Bei bedecktem Himmel oder am frühen Morgen liefert das Wärmebild kaum verwertbare Kontraste – dann verschiebst du den Termin lieber.

Für ein kleines Eigenheimdach reicht oft eine einfache Drohne mit guter Kamera für die Sichtprüfung. Für belastbare Thermografie brauchst du eine Radiometrie-Wärmebildkamera und Erfahrung in der Auswertung – das übernehmen spezialisierte Inspektionsdienstleister mit fertigem Prüfbericht. Bei Freiflächen- und Gewerbeanlagen ist der Dienstleister meist die wirtschaftlichere Wahl.

In der EU regelt die Drohnenverordnung (EU 2019/947) den Betrieb. Für Drohnen mit Kamera musst du dich in der Regel als Betreiber registrieren; je nach Gewicht und Flugkategorie (A1/A2/A3) ist ein Kenntnisnachweis nötig. Über fremden Grundstücken, in der Nähe von Flughäfen und in Schutzgebieten gelten Einschränkungen. Kläre die konkreten Anforderungen vor dem Flug bei der zuständigen Luftfahrtbehörde – Details ändern sich.
Aus den Aufnahmen entsteht eine Fehlerkarte: jeder Hotspot ist einem Modul zugeordnet und nach Schweregrad eingestuft. Daraus leitest du ab, welche Module gereinigt, nachgezogen oder getauscht werden müssen. So sicherst du deinen Ertrag und erkennst Leistungseinbußen, bevor sie sich in der Abrechnung bemerkbar machen.