Energiemessung mit Loxone: Wie geht das?

Energiemessung mit Loxone heißt: Ein Zähler misst, der Miniserver liest ihn aus und speichert die Werte. Du brauchst dafür drei Dinge – einen geeigneten Zähler, eine Schnittstelle zum Miniserver (Modbus, S0 oder MQTT) und ein Ziel, wohin die Daten laufen.
1) Messstelle: ein Energiezähler im Schaltschrank, meist mit Stromwandlern für die Hauptzuleitung, dazu optional Unterzähler pro Abgang (Wärmepumpe, Ladepunkt, Produktion). 2) Anbindung: der Zähler gibt die Werte über Modbus RTU/TCP, über einen S0-Impulsausgang oder über MQTT weiter. 3) Miniserver: er fragt die Werte zyklisch ab, rechnet sie im Programm zu Leistung und Arbeit und stellt sie in der App dar. Ohne Baustein 2 hast du nur ein Display im Schaltschrank, keine Messung im System.
Erstens Zähler setzen und Wandlerverhältnis notieren (z. B. 200/5 A) – dieser Faktor muss später im Loxone-Programm identisch stehen, sonst stimmt jede Kennzahl um genau diesen Faktor nicht. Zweitens die Schnittstelle verkabeln: Modbus RTU über RS485 mit Abschlusswiderständen, Modbus TCP oder MQTT über Netzwerk. Drittens im Loxone Config die Modbus-Erweiterung bzw. den MQTT-Client anlegen und die Register des Zählers eintragen (Adresse, Datentyp, Skalierung). Viertens einen Zähler-Baustein anhängen, damit aus Momentanleistung eine Arbeit in kWh wird. Fünftens gegenprüfen: Loxone-Wert und Zählerdisplay müssen zur gleichen Sekunde zusammenpassen.

S0 ist der einfachste Weg: ein Impuls je definierter Energiemenge, robust, aber nur Arbeit und nur ein Kanal – keine Blindleistung, kein cosφ, keine Phasen einzeln. Modbus ist der Standard für echte Energiemessung: du bekommst Wirk-, Blind- und Scheinleistung, Strom und Spannung je Phase, Leistungsfaktor und Zählerstände. MQTT ist der Weg für Geräte, die nicht Modbus sprechen (z. B. Shelly-Messmodule) oder wenn die Daten zusätzlich an ein externes System gehen sollen: der Miniserver veröffentlicht dann unter einem Topic wie loxone/<Seriennummer>/ und ein Broker verteilt weiter. In der Praxis kombinierst du: Modbus für den Hauptzähler, MQTT/Shelly für schnelle Nachrüstungen einzelner Abgänge.
Wir sehen das regelmäßig in bestehenden Anlagen: Im Loxone-Programm existiert der Wert – ein Slider, eine Variable, eine Sollwert-Eingabe – aber dahinter hängt kein Ausgang. Die HTTP-Anfrage wird mit Status 200 quittiert, das Gerät reagiert trotzdem nicht, weil die Verbindung zum Modbus-Output nie gezogen wurde. Ein angezeigter Wert in der App ist also kein Beweis, dass gemessen oder gesteuert wird. Prüfe immer beide Enden: Kommt der Wert vom Zähler an – und geht ein gesetzter Wert tatsächlich hinaus? Wo das Loxone-Programm nicht mehr sauber änderbar ist, ist ein kleiner Edge-Rechner (z. B. ein Raspberry Pi direkt am Modbus) der ehrlichere Weg als eine weitere Notlösung im Programm.
Hier trennen sich zwei Welten. Für die Stromrechnung zählt ausschließlich der eichrechtskonforme Zähler an der Marktlokation, den der Messstellenbetreiber verantwortet. Deine Loxone-Messung ist ein Unterzähler: rechtlich nicht abrechnungsrelevant, praktisch aber das einzige, was die Rechnung erklärt. Sie zeigt dir die Lastspitze und wann sie entsteht (relevant, sobald Leistungspreis oder atypische Netznutzung im Spiel sind), sie schlüsselt den Verbrauch auf Verursacher auf, und sie macht Blindleistung sichtbar – bei Modbus-Zählern liest du cosφ und Blindarbeit direkt mit. Genau die Blindarbeit taucht bei größeren Anschlüssen als eigene Position auf der Rechnung auf, ohne dass irgendwo steht, welcher Motor sie verursacht hat. Mit Loxone siehst du es.
Damit die Messung Geld wert wird, brauchst du Historie statt Momentanwerte. Der Miniserver hält nur begrenzt Daten vor – schreibe die Werte deshalb in eine Zeitreihendatenbank (Loxone kann per MQTT oder HTTP-Push an ein externes System liefern). Dann kannst du deinen 15-Minuten-Lastgang mit den Positionen der Jahresabrechnung vergleichen: Arbeitspreis gegen gemessene kWh, Leistungspreis gegen die höchste Viertelstunde, Blindarbeit gegen den gemessenen cosφ. Abweichungen sind der Anlass für eine Rückfrage beim Lieferanten – und mit eigenen Messdaten führst du dieses Gespräch mit Zahlen statt mit Vermutungen.
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Kurz und ehrlich: Der Loxone Miniserver misst selbst gar nichts. Er ist eine Steuerung, kein Messgerät — Strom, Leistung und Verbrauch kommen immer von einem externen Zähler oder Sensor, den du an ihn anbindest. Dafür gibt es zwei Wege, und die Wahl entscheidet, welche Werte du später überhaupt im Loxone-Dashboard sehen kannst. Weg eins ist der S0-Impulsausgang: Der Zähler gibt pro definierter Energiemenge einen Impuls ab, den ein Digitaleingang zählt. Damit bekommst du Arbeit in kWh — mehr nicht. Keine Wirkleistung im Moment, keine Blindleistung, keinen cos φ, keine Spannung. Weg zwei ist Modbus RTU über RS485 (typisch mit Zählern der Eastron-SDM-Reihe oder vergleichbaren Modbus-Zählern): Hier liest der Miniserver die Register des Zählers direkt aus und du bekommst Wirkleistung P, Blindleistung Q, Scheinleistung S, cos φ, Strom und Spannung je Phase — also echte Strommessung statt nur Verbrauchszählung. Wenn du am Ende Lastspitzen sehen, PV-Überschuss erkennen oder Verbraucher gezielt schalten willst, ist Modbus der Weg; S0 reicht nur für eine simple Verbrauchsanzeige.
Die konkreten Schritte für die Modbus-Variante: Erstens Zähler passend zur Anschlussart wählen — einphasig oder dreiphasig, und ab Strömen, die ein Direktzähler nicht mehr verkraftet, mit Stromwandlern (CT). Zweitens verdrahten: RS485 als Zweidrahtbus A/B vom Zähler zur Modbus-Erweiterung, Bus in Reihe (kein Sternverteiler), am Ende terminieren, Adresse und Baudrate am Zählerdisplay eindeutig vergeben. Drittens in der Loxone Config den Modbus-Zähler anlegen und die Register des Herstellerdatenblatts als Sensoren einlesen — jeder Wert (P, Q, S, cos φ) hat seine eigene Registeradresse und sein eigenes Datenformat. Die häufigste Falle in der Praxis: der Wandlerfaktor. Das CT-Verhältnis stellst du genau einmal ein, nämlich im Zähler selbst — rechnest du in Loxone nochmal mit demselben Faktor hoch, sind alle Werte um diesen Faktor zu groß, und das fällt oft erst Monate später auf. Deshalb nach der Inbetriebnahme immer gegenprüfen: Zählerdisplay gegen Loxone-Wert, und die kWh über einige Tage gegen den Zählerstand deines Netzbetreibers. Und ein Punkt, der nichts mit Technik zu tun hat, aber wichtig ist: Weder der Miniserver noch ein einfacher Modbus-Zähler sind eichrechtskonform. Für interne Transparenz, Optimierung und Steuerung ist das perfekt — für die Abrechnung gegenüber Mietern oder dem Netzbetreiber zählt weiterhin nur der geeichte Zähler.
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