10 Wartungstipps für ölgefüllte Trafos bis 2 MVA

Hier bekommst du die 10 wichtigsten Prüfpunkte für deine ölgefüllte MS-Trafostation direkt als Checkliste – von Ölstand bis Buchholzrelais. Am Ende zeigen wir dir, warum schlechte Trafo-Wartung sogar deine Stromrechnung teurer macht und wie du das mit deinem Lastgang gegenprüfst.
Arbeite diese Liste bei jeder Wartung ab: (1) Ölstand am Schauglas prüfen, (2) Silikagel-Luftentfeuchter kontrollieren, (3) Buchholzrelais auf Gasansammlung sichten, (4) Öltemperatur/Thermometer ablesen, (5) Gehäuse und Durchführungen auf Undichtigkeiten und Öl-Austritt prüfen, (6) Kühlrippen/Radiatoren von Schmutz und Bewuchs befreien, (7) Durchführungen (Bushings) reinigen und auf Risse prüfen, (8) Erdung und Schutzleiter-Anschlüsse kontrollieren, (9) Stufen-/Umsteller und Klemmen auf festen Sitz prüfen, (10) turnusmäßig eine Ölprobe zur Analyse ziehen. Die Details zu den kritischsten Punkten findest du unten.

Der Ölstand muss im markierten Bereich des Schauglases liegen; sinkt er, hast du meist eine Undichtigkeit. Das Silikagel im Luftentfeuchter zeigt dir über den Farbumschlag (typisch orange/blau nach hell/rosa), ob Feuchtigkeit ins System zieht – wechsle oder regeneriere es, sobald die Farbe kippt. Das Buchholzrelais sammelt Gase aus dem Ölraum: findest du dort Gas, ist das ein Warnsignal für einen Fehler im Aktivteil, dem du sofort nachgehen solltest, statt das Relais nur zurückzusetzen.

Prüfe bei laufender Last die angezeigte Öltemperatur und vergleiche sie mit früheren Werten – ein schleichender Anstieg deutet auf Überlast, verschmutzte Kühlflächen oder Alterung hin. Halte Radiatoren und Kühlrippen frei von Laub, Staub und Bewuchs, damit die Wärme abgeführt wird. Zu heißes Öl beschleunigt die Alterung von Öl und Isolation und verkürzt die Lebensdauer des Trafos spürbar.

Geh das Gehäuse systematisch auf Öl-Feuchtstellen, Rost und poröse Dichtungen ab – gerade an Flanschen, Ablassschraube und Durchführungen. Reinige die Isolatoren/Durchführungen und such nach Rissen oder Kriechspuren, die zu Überschlägen führen können. Kontrolliere abschließend, dass Sternpunkt-, Gehäuse- und Schutzerdung fest und korrosionsfrei angeschlossen sind; eine schlechte Erdung ist ein direktes Sicherheitsrisiko. Arbeiten am spannungsführenden MS-Teil gehören ausschließlich in die Hand einer geschalteten, freigegebenen Elektrofachkraft.

Eine regelmäßig gezogene Ölprobe ist deine beste Vorsorge: Im Labor werden gelöste Gase und Ölkennwerte bestimmt und lassen Rückschlüsse auf innere Fehler wie thermische Überlastung oder Teilentladungen zu, lange bevor der Trafo ausfällt. So planst du Instandhaltung datenbasiert statt reaktiv. Führe über alle Messwerte ein Wartungsprotokoll – erst der Vergleich über die Jahre macht Trends sichtbar.
Als Mittelspannungs-Anschlussnehmer mit eigener Trafostation trägst du in der Regel die Trafo-Verluste selbst: Wird nicht auf der Oberspannungsseite gemessen, rechnet der Netzbetreiber pauschal einen Verlustzuschlag auf deine gemessene Arbeit auf. Ein schlecht gewarteter, heiß laufender oder überlasteter Trafo erhöht diese Verluste real – und über einen falsch angesetzten Pauschalfaktor kann er auch abrechnungsseitig zu hoch angesetzt sein. Prüfe deshalb dein Messkonzept: Steht in der Rechnung ein Trafoverlust-Zuschlag, und passt der zur tatsächlichen Mess-Seite? Mit deinem Lastgang bzw. den MSCONS-Rohdaten lässt sich digital gegenrechnen, ob die abgerechnete Arbeit inklusive Verlustaufschlag zu deinem echten Verbrauchsprofil passt – und ob nebenbei Blindarbeit/cosφ sauber bewertet ist.