Transformatorverluste: pauschal oder genau abrechnen?

Kurz vorweg: Beides ist zulässig – entscheidend ist, was in deinem Netzanschluss- bzw. Direktvermarktungsvertrag steht und wie stark dein Trafo ausgelastet ist. Für eine PV-Anlage, die selten unter Volllast läuft, ist die genaue (Spitz-)Abrechnung meist die günstigere Variante.
Bei der Pauschalabrechnung zieht dir der Netzbetreiber einen festen Prozentsatz von der eingespeisten Energie ab – unabhängig davon, wie viel der Trafo tatsächlich verliert. Bei der genauen Abrechnung (auch Spitzabrechnung genannt) werden die realen Verluste aus Lastgang und Trafo-Typenschilddaten berechnet. Genau ist aufwändiger, aber verursachungsgerecht.

Rechne genau ab, wenn dein Trafo im Verhältnis zur Anlage groß dimensioniert ist und selten unter Volllast läuft – bei PV ist das der Normalfall. Die lastabhängigen Kupferverluste steigen im Quadrat zur Last; bei Teillast sind sie klein. Eine Pauschale, die von Volllast ausgeht, überschätzt deine Verluste dann und kostet dich Einspeisevergütung. Voraussetzung: Du brauchst belastbare Lastgangdaten (¼-h-Werte).

Die Pauschale ist die einfachere Wahl, wenn dir keine verwertbaren Messwerte für die Spitzabrechnung vorliegen oder der Unterschied bei kleinen Anlagen den Aufwand nicht rechtfertigt. Viele Netzbetreiber (z. B. EWE) setzen die Pauschale ohnehin als Standard und bieten die Spitzabrechnung nur als Fallback an. Prüfe trotzdem, ob der angesetzte Prozentsatz zu deiner realen Auslastung passt.

Ein Transformator hat zwei Verlustarten: Leerlauf-/Eisenverluste (konstant, sobald der Trafo am Netz ist – laufen bei PV auch, aber der Ertrag entsteht nur tagsüber) und Last-/Kupferverluste (steigen im Quadrat zur Last). Genau deshalb kann eine Pauschale je nach Auslastung zu hoch oder zu niedrig liegen. Bei modernen Verteiltrafos liegen die Gesamtverluste unter Volllast meist deutlich unter 2 % der durchgesetzten Energie.

Schau in deinen Netzanschluss- oder Direktvermarktungsvertrag: Manche Verträge legen die Pauschale als Standard fest (Spitzabrechnung nur ersatzweise), andere die Spitzabrechnung (Pauschale nur, wenn die Abrechnungswerte fehlen). Streit entsteht, wenn ein Netzbetreiber pauschal abrechnet und behauptet, Spitz-Daten lägen nicht vor – obwohl sie messtechnisch verfügbar wären. Sichere dir deshalb deine ¼-h-Lastgangdaten.
1. Vertragsklausel zur Trafoverlustabrechnung heraussuchen. 2. Prüfen, welche Methode als Standard und welche als Fallback definiert ist. 3. Deine reale Trafo-Auslastung abschätzen (Anlagenleistung vs. Trafo-Nennleistung). 4. Bei viel Teillast: auf Spitzabrechnung bestehen und Lastgangdaten bereitstellen. 5. Wenn Daten fehlen, den angesetzten Pauschal-Prozentsatz auf Plausibilität prüfen.