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Warum du bei negativen Strompreisen keinen Strom ins Netz speisen solltest

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Warum du bei negativen Strompreisen keinen Strom ins Netz speisen solltest
Technik & Blindleistung — Stromfee (KI-Bild)

Kurz gesagt: Weil du für jede eingespeiste Kilowattstunde in diesen Stunden nichts bekommst – und in der Direktvermarktung sogar draufzahlst. Hier steht, warum das so ist und was du stattdessen tust.

Die direkte Antwort

Bei negativen Strompreisen ist Strom im Netz nicht knapp, sondern es gibt zu viel davon. Der Markt "bezahlt" dann fürs Abnehmen. Speist du in solchen Stunden ein, erhältst du keine Erlöse – und in der geförderten Direktvermarktung entfällt die Marktprämie. Jede eingespeiste kWh kostet dich dann Geld statt welches zu bringen. Deshalb ist es wirtschaftlich sinnvoll, die Einspeisung zu reduzieren oder ganz zu stoppen.

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Was §51 EEG konkret bewirkt

Nach §51 EEG wird die Marktprämie für Anlagen in der Direktvermarktung ausgesetzt, wenn der Day-Ahead-Preis negativ ist. Mit dem Solarspitzengesetz (in Kraft seit 2025) gilt für neu in Betrieb genommene Anlagen: keine Förderung für Strom, der während negativer Preise eingespeist wird. Prüfe für deine Anlage, welche Regelung greift – Inbetriebnahmedatum und Vermarktungsform entscheiden. Nur so weißt du sicher, ob du in diesen Stunden überhaupt noch etwas verdienst.

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Warum das kein Einzelfall mehr ist

Negative Preise sind längst keine Ausnahme. In unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung zählen wir für 2026 bislang 390 Stunden mit negativem Strompreis, der Tiefstwert lag bei -500 EUR/MWh. Diese Stunden häufen sich mittags bei viel Sonne und Wind – also genau dann, wenn deine PV-Anlage am meisten produziert. Ohne Gegenmaßnahme läuft ein wachsender Teil deiner Erzeugung in genau die verlustbringenden Stunden.

Warum du bei negativen Strompreisen keinen Strom ins Netz speisen solltest
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Statt einspeisen: speichern

Steckst du deinen Überschuss in dieser Zeit in einen Batteriespeicher (BESS), umgehst du den Nullerlös und verkaufst die Energie später, wenn die Preise wieder positiv oder hoch sind. Das verwandelt eine Verlustsstunde in eine Arbitrage-Chance. Ob sich ein Speicher für deine Anlagengröße rechnet, hängt von Erzeugungsprofil, Preis-Spread und Investition ab – das lässt sich für deinen Fall durchrechnen.

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Statt einspeisen: selbst verbrauchen

Verlagere flexible Verbraucher gezielt in die negativen Stunden: Wärmepumpe, Warmwasser, E-Auto-Ladung, Prozesswärme oder Kühlung. So nutzt du deinen eigenen Strom, statt ihn ohne Erlös abzugeben, und senkst gleichzeitig deinen Netzbezug zu anderen Zeiten. Das ist oft die schnellste Maßnahme, weil sie keine Neuinvestition in einen Speicher braucht.

Statt einspeisen: gezielt abregeln

Kannst du weder speichern noch verbrauchen, ist das kontrollierte Abregeln der Einspeisung die letzte sinnvolle Option. Ein Wechselrichter oder Energiemanagement, das den Marktpreis kennt, fährt die Einspeisung in negativen Stunden automatisch herunter. Du verlierst dann zwar die Erzeugung – aber du machst eben keinen zusätzlichen Verlust und riskierst keine Förderkürzung.

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